Mit „Freddy“ den „Baumeistern“ auf der Spur
Der neu angelegte, 2,4 Kilometer lange Weg, der direkt hinter dem Bahnhof von Altglashütten, einem Ortsteil der Gemeinde Feldberg, beginnt, ist eine echte Top-Attraktion für Naturbeobachter. Er verläuft vom Bahnhof entlang der Haslach bis nach Falkau und führt dabei überwiegend über breite Wege, sodass er zu Fuß, mit Kinderwagen, Laufrad oder Fahrrad genutzt werden kann. Geführt vom Maskottchen „Biber Freddy“ vermittelt die Strecke spielerisch, wie die Nager ganze Bachlandschaften umgestalten. Richtig stark ist das!
Mit allen Sinnen die Natur erforschen
Entlang der Route laden interaktive Erlebnisstationen und hölzerne Wehre besonders Kinder dazu ein, das Element Wasser selbst zu erforschen. Schautafeln mit Audio-Stationen machen die Exkursion zudem zu einem barrierefreien Erlebnis für alle Sinne. Ein Highlight ist der neue Naturbeobachtungsturm am Schwellenweiher, der Besuchern in den Dämmerungsstunden die Chance bietet, die scheuen Baumeister live zu erleben.

Vor 60 Jahren Beginn des Deutschen Biber-Comebacks
Was in Sachen Biber inzwischen bei uns passiert, gleicht einer ökologischen Sensation. Der Grundstein für die Rückkehr im Westen Deutschlands wurde unter anderem wurde vor genau 1966 mit erfolgreichen Wiederansiedlungen in Bayern. Von dort aus breiteten sich die Tiere über die Flusssysteme weiter aus. Die sensationelle Rückkehr direkt im Schwarzwald hier an der Haslach am Feldberg geschah 2001, also vor 25 Jahren.
Vor 25 Jahren erster Biber am Feldberg
Entgegen der damaligen Fachmeinung, dass die kalten Hochlagen für die Tiere ungeeignet seien, passten sich die Nager perfekt an. Mittlerweile hat die Population sogar den Hauptkamm des Schwarzwalds von Osten her überschritten. Landesweit wird der Bestand heute auf stolze 13.500 Tiere geschätzt. Laut NABU schaffen die Tiere durch ihren Dammbau neue Feuchtgebiete, die die Artenvielfalt massiv erhöhen, den Wasserhaushalt in Dürrezeiten regulieren und den Hochwasserschutz verbessern.
Wenn der Fleiß für Probleme sorgt
Doch wo viel gestaltet wird, entsteht auch Reibung. Im Zuständigkeitsbereich des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald führt die Arbeit der Nager zu handfesten Konflikten mit der Land- und Forstwirtschaft. Biberdämme überfluten immer wieder Felder und Waldstücke, wodurch Ernten verfaulen und wertvolles Holz abstirbt. Zudem unterhöhlen die tiefen Wohnhöhlen Feldwege und Straßen, was akute Einbruchgefahren birgt.
Lösungen durch aktives Bibermanagement
Der neue Lehrpfad verschließt davor nicht die Augen: Eigene Stationen thematisieren diese Reibungspunkte offen und zeigen, wie das regionale Bibermanagement versucht, die Wogen mit Schutzgittern und heimlich eingebauten Dammdrainagen zu glätten. Der Themenweg bietet somit ein hochaktuelles Bild einer faszinierenden Tierart, der wir ökologisch viel zu verdanken haben, deren Management uns aber auch künftig fordern wird.

Starke Partner für die Natur
Für die erfolgreiche Umsetzung und Finanzierung dieses Vorzeigeprojekts zeichnen die Gemeinde Feldberg und die Hochschwarzwald Tourismus GmbH in enger Zusammenarbeit verantwortlich. Finanziell gefördert wurde das Projekt durch den Naturpark Südschwarzwald. Die wertvolle inhaltliche Konzeption der Informationstafeln übernahm die Biberbeauftragte des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald gemeinsam mit dem Schwarzwaldverein.






