In den letzten Stunden hat uns Sturmtief „Luise“ in der Schwarzwaldregion mächtig durchgewirbelt und für erhebliche Behinderungen gesorgt. Doch das nächste Unwetter steht bereits bevor – offenbar war das Ganze nur ein Vorspiel auf ein neues Frontensystem, das ab der Nacht zum Sonntag noch stärkere Stürme bringt, die in den Gipfellagen wieder Orkanstärke erreichen und vor allem auch massiven Dauerregen in den Südwesten führen. Die Einsatzkräfte stellen sich auf viele neue Einsätze ein.
Sturm sorgt für Bahnchaos
Doch werfen wir erst einen Blick auf die letzten Stunden und die Sturmfolgen von „Luise“. Am Freitag und in der Nacht zum Samstag hinterließ das erste Sturmtief erhebliche Behinderungen. Besonders betroffen war der Schienenverkehr am nördlichen Schwarzwaldrand. Am Karlsruher Hauptbahnhof kam der Zugverkehr am Abend für rund eine Stunde komplett zum Erliegen. Nach Angaben der Bahn war ein Gegenstand in die Oberleitung geweht worden und hatte einen massiven Funkenschlag ausgelöst.
Nahe Pforzheim-Eutingen kollidierte zudem eine Regionalbahn auf freier Strecke mit einem herabstürzenden Ast. Der Ast verfing sich im Stromabnehmer, sodass die Strecke nach Mühlacker für Stunden gesperrt werden musste. Insgesamt meldete die Polizei im Raum Karlsruhe rund 40 wetterbedingte Einsätze.
Erster Schnee im Hochschwarzwald
In den Hochlagen des Schwarzwalds tobte der Sturm mit voller Wucht. Auf dem Feldberg maß der Deutsche Wetterdienst (DWD) Spitzenböen von bis zu 125 km/h. Durch die einströmende Kaltluft ging der Regen oberhalb von 1.000 Metern zeitweise in Nassschnee über. Damit fiel der erste Schnee – fast auf den Tag genau wie 2025, als es am 24. Oktober in den Hochlagen des Schwarzwalds erstmals schneite, wobei der damit verbundene Herbststurm damals noch kräftiger wütete.
Auch die Höllentalbahn war betroffen: Zwischen Himmelreich und Hinterzarten blockierten umgestürzte Bäume die Strecke. Mehrere Züge mussten ausfallen, die Räumarbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden. Vereinzelt kam es noch am Samstagvormittag zu Verzögerungen. Betroffen war gestern auch der Europa-Park in Rust, wo man aus Sicherheitsgründen mehrere große Outdoor-Achterbahnen vorübergehend schließen musste.

DWD warnt vor extremem Dauerregen
Nach einer kurzen Beruhigung am Samstag warnt der DWD vor einer erneuten Wetterverschärfung ab der Nacht zum Sonntag (25. Oktober). Das neue Tief bringt laut den Meteorologen vor allem extreme Niederschlagsmengen mit sich.
Im gesamten Schwarzwaldgebiet werden verbreitet 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. In den klassischen Staulagen des Gebirges können die Mengen auf bis zu 60 Liter ansteigen. Auf den Gipfeln drohen erneut Orkanböen bis 125 km/h. Der Tipp vom DWD: Bleibt am besten zu Hause.
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