Storchentag: Warum in Haslach der Storch ein „Star“ ist

Dieses Bild zeigt den Storchentag in alten Zeiten. Bis heute ist der Brauch lebendig geblieben. Nach wie vor ziehen Kinder am 22. Februar jeden Jahres zusammen mit dem Storchenvater gabenheischend durchs Städtle. Dieses Bild zeigt den Storchentag in alten Zeiten. Bis heute ist der Brauch lebendig geblieben. Nach wie vor ziehen Kinder am 22. Februar jeden Jahres zusammen mit dem Storchenvater gabenheischend durchs Städtle. Foto: By Painting: „Frieder Haser“Photo: Andreas Praefcke - Own work, Public Domain,Wikipedia

Storchentag: Warum in Haslach der Storch ein „Star“ ist

Dienstag, 20 Februar 2018

Der Storch – in Haslach ist er der „Star“. So etwas kommt natürlich nicht von ungefähr. Man hat ihm nämlich jede Menge zu verdanken. So viel, dass alle Jahre wieder in dem schmucken Städtchen der Ortenau am 22. Februar der „Storchentag“ begangen wird. Ein Fest, über das sich insbesondere die Kinder freuen und das seit Mitte des 17. Jahrhunderts begangen wird und damit zu den traditionsreichsten in Haslach gehört.

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„Heraus, Heraus!“ schallt es durch die Straßen der Stadt, wenn viele, viele Kinder mit dem Storchenvater über mehrere Stunden von Haus zu Haus durchs Städtle ziehen und die Bürger auffordern, ihnen Süßigkeiten, Obst und Laugenbrezeln schenken. Mit einem meterlangen Stock klopft der Storchenvater an die Fenster der Haslacher Innenstadt: Die Bewohner warten schon mit gefüllten Körben, um den Kindern die Gaben herabzulassen. Und das Schönste: Auf den Stock des Storchenvaters fädeln sie von ihren Fenstern aus Butterbrezeln für die Kinder.
 
Los geht der Zug immer nach dem Zwölfuhrläuten und dem Gebet in der Mühlenkapelle. Keine Sorge, auch wer sich erst im Laufe des Nachmittages dem Zug anschließt hat noch beste Aussichten, noch reichlich Gaben zu erhaschen. Die Haslacher entlang des Weges freuen sich nämlich auf möglichst viele, viele Kinder und keiner von ihnen hat was dagegen, wenn unter den Kindern auch viele Gäste des Städtles sind. Im Gegenteil!
 
Natürlich wollen wir Ihnen auch noch verraten, was die Haslacher dazu bewogen hat, den 22. Februar Jahr für Jahr dem Storch zu widmen. Der mündlichen Überlieferung zufolge geht der Haslacher Storchentag auf ein Gelübde zurück. Mitte des 17. Jahrhunderts, so wird erzählt, drohte eine schwere Ungezieferplage die Ernte zu vernichten und damit eine Hungersnot auszulösen. Zuvor hatte bereits die Pest große Opfer in der Bevölkerung gefordert. Nun flehten die Haslacher in ihrer großen Not den Himmel um Hilfe an. Sollten sie gerettet werden, versprachen sie, künftig alljährlich zu „St. Peters Fest“ die Kinder und alten Leute zu beschenken. Ihr Flehen wurde erhört. In Scharen kamen Störche und fraßen das Ungeziefer auf. Die Hungersnot war abgewendet.

Seitdem feiern die Haslacher den „Storchentag“. Zeitlich ließe sich dies auch gut mit einem Nachweis im Haslacher Stadtarchiv vereinbaren. Jener belegt, dass 1643 ein Johann Jakob Arguin „zwölf Kreuzer erhalten. weil er den Storchen geklopfet“. Eine noch vorhandene städtische Rechnung weist diese Ausgaben auf und es wird vermutet, dass dieser Haslacher Bürger der erste nachweisbare Haslacher Storchenvater war.

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