Foto: Bergwacht Schwarzwald
20 solcher Schilder sind auf dem Albsteig aufgestellt. Sie sollen eine schnelle Rettung verunglückter Personen ermöglichen.
20 solcher Schilder sind auf dem Albsteig aufgestellt. Sie sollen eine schnelle Rettung verunglückter Personen ermöglichen.
Foto: Bergwacht Schwarzwald

Schwarzwald: Auf Alb- und Schluchtensteig: Jetzt schnelle Hilfe im Notfall

2. Juni 2026
Sie gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Fernwanderwegen des Schwarzwalds: der Schluchtensteig und der Albsteig im südlichen Schwarzwald. Beide ziehen Jahr für Jahr viele Wandernde an – und beide sind seit Kurzem ein gutes Stück sicherer geworden. Der Landkreis Waldshut und die Bergwacht Schwarzwald haben die Rettungsbeschilderung erneuert und erweitert, damit Hilfe im Ernstfall schneller und präziser am Unfallort eintreffen kann.

Entlang der beiden Fernwanderwege wurden insgesamt 193 neue Schilder installiert – Sektorenwegweiser, Notruftafeln und Infotafeln. Die Montage erfolgte überwiegend durch die ehrenamtlichen Ortsgruppen der Bergwacht Schwarzwald. Dabei wurde erneut sichtbar, wie wichtig deren Einsatz ist. Oder wie es Corinna Steinkopf, Leiterin der Abteilung Tourismus im Amt für Wirtschaft und Mobilität, formuliert: „Die Bergwacht Schwarzwald leistet ehrenamtlich eine unverzichtbare Arbeit für die Sicherheit in der Region.

Rettungssystem auf Schluchtensteig modernisiert

Auf dem Schluchtensteig wurde die komplette, veraltete Sektoreneinteilung modernisiert. Die neuen Markierungen sind einheitlich gestaltet, gut sichtbar und klar strukturiert. Jeder Sektor umfasst etwa einen Kilometer und trägt einen Buchstaben – eine einfache, aber wirkungsvolle Orientierungshilfe.

In Rettungssektoren sind die Wegeabschnitte des Schluchtensteigs eingeteilt. Bild: Bergwacht Schwarzwald

20 Notruftafeln auf dem Albsteig

Der Albsteig erhielt erstmals ein eigenes Rettungssystem. Hier wurden 20 Notruftafeln angebracht, die als eindeutige Standortpunkte dienen. Ergänzt wird das Ganze durch vier Infotafeln an den Start- und Endpunkten, die das System erklären und Wandernde vorab informieren.

Warum das wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Realität in den Schluchten und Waldpassagen des Südschwarzwalds: In vielen Bereichen gibt es kaum Mobilfunkempfang. Wer verunglückt, kann oft erst nach einigen hundert Metern überhaupt einen Notruf absetzen. Die automatische Handyortung funktioniert in diesen Tälern nur eingeschränkt, und viele Wandernde wissen im Ernstfall nicht genau, wo sie sich befinden.

Präzise Standortangabe möglich

Die neuen Rettungssektoren und Notruftafeln schließen genau diese Lücke. Sie ermöglichen eine präzise Standortangabe, selbst wenn der Notruf erst später abgesetzt werden kann. Für die Bergwacht bedeutet das: weniger Suchaufwand, kürzere Wege, schnellere Hilfe. Gerade in schwer zugänglichen Bereichen, in denen jede Minute zählt, ist das ein deutlicher Sicherheitsgewinn für alle, die auf Schluchtensteig und Albsteig unterwegs sind.

Vertreterinnen und Vertreter der Bergwacht Schwarzwald mit dem Landesvorsitzenden Adrian Probst, der Projektstelle Wandern, der Steig-Gemeinden sowie Bürgermeister Marcel Schneider (Todtmoos) und Roland Schöttle (Geschäftsführer Naturpark Südschwarzwald) freuen sich über den Abschluss des Projekts. Bild: Tourist-Info Todtmoos

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