Foto: Regio Bäder GmbH
Ein Bad, das einen ganz besonderen Charme ausstrahlt und nur Damen vorbehalten ist: das „Lollo“ in Freiburg.
Ein Bad, das einen ganz besonderen Charme ausstrahlt und nur Damen vorbehalten ist: das „Lollo“ in Freiburg.
Foto: Regio Bäder GmbH

Schwarzwälder Rekorde: Deutschlands einziges Damenfreibad in Freiburg wird 140 – Männerverbot

1. Juni 2026
Die Geschichte, um die es heute geht, ist selbst für unsere Serie über Schwarzwälder Rekorde und Kuriositäten ein echtes Highlight. Denn so etwas findet man nicht alle Tage: ein Freibad, in dem Männer tatsächlich draußen bleiben müssen – und das mitten in Baden‑Württemberg. Dies seit sage und schreibe 1886. Ihr seht, das Bad kann 2026 mit dem gesegneten Alter von 140 Jahren einen runden Geburtstag feiern.

Ein Bad mit langer Tradition

Ein Freibad nur für Frauen? „Gibt es nicht“, sagst du. „Gibt es doch“ sagen wir. Und zwar im Schwarzwald – genauer gesagt in Freiburg: das Damenbad im Lorettobad. Die Freiburger nennen es liebevoll „Lollo“, und tatsächlich hat dieses Bad eine Geschichte, die es lohnt, sich näher anzuschauen.

Zunächst war es ein Männerbad

Als das Lorettobad 1841 seine Tore öffnete, war es zunächst ein reines Männerbad. Heute gilt es als das älteste Familienbad Deutschlands. 1886 kam dann ein eigener Bereich für Frauen hinzu – ein abgeschirmtes Damenbad, das bis heute existiert. Während im Familienbad selbstverständlich alle willkommen sind, bleibt das 25‑Meter‑Becken im Damenbad weiterhin ausschließlich den Frauen vorbehalten. Damit ist es das einzige Damenfreibad Deutschlands.

Gerichtsstreit und hartnäckige Debatten

Über die Jahrzehnte hinweg hat das Damenbad so manche Diskussion überstanden. Während vielerorts die Geschlechtertrennung längst aufgehoben wurde, blieb sie hier bestehen. 1980 versuchte ein Jurastudent sogar, sich per Klage Zutritt zu verschaffen – mit Verweis auf die Gleichberechtigung. Doch das Gericht entschied zugunsten der Frauen: Das Damenbad sei eine Einet.

Wenn die Aufsicht plötzlich männlich ist

Ganz ungestört ist die Frauenwelt dort heute allerdings nicht mehr. Der Grund: Es fehlt an weiblichem Personal für die Badeaufsicht. Deshalb müssen zeitweise auch Männer einspringen – sehr zum Missfallen einiger Besucherinnen. Eine Petition gegen die männlichen Aufsichten blieb erfolglos. Die Regio Bäder GmbH hält an der Lösung fest. Immerhin: Wer unbedingt ausschließlich weibliches Aufsichtspersonal möchte, kann vorher anrufen und sich nach den entsprechenden völlig männerlosen Zeiten erkundigen.

Ein Freiburger Schmuckstück mit besonderem Flair

Ob Familienbad oder Damenbereich – ein Besuch im „Lollo“ lohnt sich immer. Das Bad hat einen besonderen Charme, viele Freiburgerinnen und Freiburger halten es trotz der großen Konkurrenz in der Stadt für das schönste Freibad überhaupt. Die historischen Umkleidekabinen und die weitläufige Liegewiese, die als größter öffentlicher Garten Freiburgs gilt, tragen ihren Teil dazu bei.

Keine Regel ohne Ausnahme

Und noch ein Detail, das perfekt in unsere Serie passt: Es gibt tatsächlich Momente, in denen Männer im Damenbad willkommen sind. Bei den öffentlichen Konzerten des Fördervereins dürfen auch sie hinein. Dann hängen am Eingang Warnschilder mit einem Augenzwinkern: „Männer im Damenbad“.

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