Nein, den „Gletscher“ im Schwarzwald gibt es nicht erst seit diesem Jahr, sondern schon seit einigen Jahren. Und während sich die großen Gletscher der Alpen wegen des Klimawandels auf einem leider beängstigend schnellen Rückzug befinden, zeigt sich dieser hier erstaunlich stabil – auch wenn er über den Sommer hinweg natürlich Verluste hinnehmen muss. Aber der unsere hat den Vorteil, dass er seit einigen Jahren fast jedes Jahr neu entsteht.
Wozu der Gletscher gebraucht wird
Ja, am Ende wird dieser Schnee 2026 dafür sorgen, dass in Titisee-Neustadt auf der Hochfirstschanze vom 11. bis 13. Dezember 2026 einmal mehr mit ziemlicher Sicherheit ein Weltcup-Skispringen ausgetragen werden kann und die komplette Weltklasse dann auch eine bestens präparierte Schanze vorfinden wird. Und dies zu einer Zeit, in der inzwischen nicht mehr sicher ist, dass im Schwarzwald bereits Schnee liegen wird.
Hochfirstgletscher als Geheimwaffe
Genau deshalb wurde der Hochfirstgletscher auch geschaffen. Auf das Aushängeschild Ski-Weltcup“ will man ganz einfach nicht verzichten. Dazu hat man im letzten Winter wieder sage und schreibe über 8000 Kubikmeter Schnee in die Nähe der Hochfirstschanze transportiert. Dort wurde der Schnee mit Hilfe eines Pistenbullys und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern unter einer dicken Schicht aus Holzhackschnitzeln eingelagert. Rund 400 Festmeter Holz wurden dafür benötigt.
Umweltfreundlich
Damit wurde erstmals eine Technik angewandt, die in den Alpen bereits erfolgreich genutzt wird. In den letzten Wintern war der Schneeberg noch mit Styropor abgedeckt worden. Die neue Methode ist deutlich umweltfreundlicher – die Holzhackschnitzel können nach der Saison problemlos weiterverwendet oder verkauft werden. Mit dem Forstunternehmens Hug aus Vöhrenbach wusste man dabei einen echten Experten an seiner Seite.

Schneeberg mit Holzhackschnitzeltechnik
Im Volksmund wird der Schneeberg inzwischen liebevoll „Hochfirstgletscher“ genannt. Seit 2014 wird er im Vorfeld der Weltcup-Springen in Titisee-Neustadt immer wieder neu angelegt. Die Holzhackschnitzeltechnik kam allerdings erst seit diesem Jahr zum Einsatz. Alle 8000 Kubikmeter werden den Sommer zwar nicht überstehen, aber die Verantwortlichen sind sich ziemlich sicher: Es bleibt genug übrig, um die Schanze im Dezember perfekt präparieren zu können. Ja, und inzwischen ist der Berg sogar zu einer richtigen Attraktion gworden. Immer mehr pilgern hin, um sich das Wunder des Schwarzwalds einmal anzuschauen.
Komplette Weltklasse wird erwartet
So wird vom 11. bis 13. Dezember in Titisee-Neustadt die komplette Weltelite des Skispringens zu den Wettkämpfen an Deutschlands größter Naturschanze erwartet. Und wenn die Weltcup-Teams anreisen, liegt der Schnee schon bereit – dank eines „Gletschers“, den viele im Schwarzwald gar nicht kennen.
Übrigens: Für die Veranstaltung gibt es bereits Tickets im Vorverkauf. Alle Infos zu Programm und Tickets gibt es unter weltcupskispringen.com.





