Foto: Martin Hesse © Martin Hesse Erben:
Hermann Hesse in einer Fotomontage vor dem Aquarell „Bigogno“ aus dem Jahre 1925
Hermann Hesse in einer Fotomontage vor dem Aquarell „Bigogno“ aus dem Jahre 1925
Foto: Martin Hesse © Martin Hesse Erben:

Finale Hermann‑Hesse‑Ausstellung: 60.000 waren schon da! Noch bis 11. Okt.

9. September 2026
Sie ist zu einem richtigen Publikumsmagneten geworden. Die Rede ist von der Ausstellung „Hermann Hesse – Bereit zum Aufbruch“ (21.03.–11.10.26). Mit ihr widmet die Kunsthalle Messmer in Riegel dem in Calw im Schwarzwald geborenen Dichter und Nobelpreisträger eine außergewöhnliche Schau und zeigt ihn von einer überraschenden Seite: als Maler. An die 60.000 haben die Ausstellung bereits besucht. Wer noch in den Genuss des spektakulären Kunstereignisses kommen will, muss sich allerdings sputen. Am 11. Oktober geht sie zu Ende.
Social Share Bar

Hesse, der meistgelesene deutschsprachige Autor des 20. Jahrhunderts, bekannt durch Werke wie Der Steppenwolf, Siddhartha oder Das Glasperlenspiel, nutzte die Malerei als kreativen Gegenpol zum Schreiben und als Mittel, persönliche Eindrücke zu verarbeiten.

Genial gemacht – Wort und Farbe im Dialog

Die Ausstellung versammelt über 130 Werke und macht sichtbar, wie eng Hesses bildnerisches und literarisches Schaffen miteinander verwoben sind. Leuchtende Aquarelle, Tuschezeichnungen, illustrierte Gedichte und Briefe treten in einen atmosphärischen Dialog mit großformatigen Zitaten an den Wänden. Diese Textfragmente aus Büchern und Briefen ziehen sich durch die Räume und lassen Hesses Gedankenwelt unmittelbar spürbar werden. Es ist ein schon fast geniales Konzept, das dieser Ausstellung zugrunde liegt. Einfach nur stark gemacht.

Blick in die Räume der Hermann-Hesse-Ausstellung in Riegel am Kaiserstuhl, Bild: Kunsthalle Messmer

Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf Hesses Motivation: Das Malen wurde für ihn ab 1916 zu einem existenziellen Rettungsanker in einer Zeit schwerer Lebens- und Schreibkrisen. Sein Satz von 1924 – „Als Dichter wäre ich ohne das Malen nicht so weit gekommen“ – bildet einen der emotionalen Leitpunkte der Schau.

Farben, Landschaften, Lebenswege

Im Zentrum stehen Hesses farbenfrohe Landschaften aus seiner Wahlheimat Tessin. Die Aquarelle aus Montagnola zeigen die Natur als Ort der Ruhe, des Aufbruchs und der Selbstfindung. Ergänzt wird die Präsentation durch persönliche Dokumente: illustrierte Briefe, Gedichtmanuskripte, Typoskripte, historische Fotografien und seltene Erstausgaben seiner literarischen Werke.

Die Ausstellung zeichnet zudem die biografischen Stationen nach – von den frühen Jahren in Bern über die Begegnungen mit der alternativen Gemeinschaft auf dem Monte Verità bis zu seinem Leben im Tessin.

Gesucht: dein Lieblingsbild

Am Ende kannst du bei deinem Besuch sogar dein persönliches Lieblingsbild wählen – ein charmantes interaktives Element, das den spannenden Rundgang abrundet. Wer Hesse bisher nur als Schriftsteller kennt wird in Riegel beim Besuch dieser Austellung eine überraschend farbenreiche zweite Seite des Nobelpreisträgers entdecken.

Kann sich nicht nur über ihr Lieblingsbild in der Ausstellung „Casa Camuzzi“ freuen, einem Aquarell von Hesse aus dem Jahre 1930, sondern auch über die großartige Resonanz, auf die die Aussstellung stößt. Ein echter Publikumsmagnet. Bild: Roland Hebsacker

Infos zur Ausstellung

Hesse-Ausstellung (Kunsthalle Messmer)

  • Adresse: Großherzog-Leopold-Platz 1, 79359 Riegel am Kaiserstuhl
  • Dauer: Bis 11.10.2026 (Di–So, 10:00–17:00 Uhr)
  • Preise: 15,00 € regulär | 13,50 € ermäßigt | Kinder bis 8 J. & Museums-Pass gratis
  • Weitere Infos: https://kunsthallemessmer.de/

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr aus dem Netz