Von den rund 700 Wespenarten im deutschsprachigen Raum interessieren sich nur zwei für menschliche Speisen: die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Sie fliegen im Spätsommer besonders häufig Tische an, um den erhöhten Nahrungsbedarf ihres Volkes zu decken. Neben Zuckerhaltigem benötigen sie auch Eiweiß für ihre Brut. Hauptsächlich ernähren sich Wespen von Nektar, Pollen, Pflanzensäften sowie Insekten und deren Larven – und leisten damit wichtige Arbeit als Schädlingsbekämpfer, Gesundheitspolizei und Bestäuber. Wespen stehen deshalb auch unter Naturschutz!
Wasser ist lebenswichtig
An heißen Tagen brauchen Wespen Wasser, um ihr Nest zu kühlen. NABU-Experten empfehlen, Wasserstellen wie flache Schalen oder Teichränder mit Ausstiegshilfen bereitzustellen – am besten an einem ruhigen Platz im Garten oder auf dem Balkon.
Verhaltenstipps im Umgang mit Wespen
- Ruhe bewahren: Wer von einer Wespe umflogen wird, sollte sich ruhig verhalten, keine hastigen Bewegungen machen und die Tiere keinesfalls anpusten – das im Atem enthaltene Kohlendioxid versetzt sie in Alarmbereitschaft. Stattdessen können Wespen langsam und sanft mit der Hand oder einer Zeitung weggeschoben werden.
- Essen und Getränke sichern: Speisen und Getränke im Freien möglichst abdecken. Vor jedem Schluck oder Bissen prüfen, ob sich eine Wespe darauf niedergelassen hat. Besonders süße Getränke in durchsichtigen Gläsern servieren, um mögliche Besucher zu erkennen.
- Ablenkungsfütterung nutzen: Wer häufig draußen isst, kann etwas Zuckerwasser oder überreifes Obst in sicherer Entfernung vom Tisch aufstellen, um Wespen vom Esstisch wegzulocken.
- Reife Früchte ernten: Fallobst und sehr reifes Obst ziehen Wespen an – zügige Ernte und Aufräumen verringern den Besucherdruck.
- Vertreiben mit Wasser: Bei besonders aufdringlichen Tieren kann ein feiner Wassernebel aus einer Sprühflasche helfen, sie zu vertreiben.
Erste Hilfe bei Wespenstichen – das ist wichtig
Gefahrensituationen – sofort Notarzt rufen:
- Stich im Mund- oder Rachenraum → akute Erstickungsgefahr!
- Allergiker oder Verdacht auf Insektengiftallergie (Symptome: Schwindel, Atemnot, Kreislaufprobleme, Übelkeit, Ohnmacht)
Sofortmaßnahmen bei harmlosen Stichen:
- Kühlen – z. B. mit einem Kühlpack oder kaltem Wasser, in kurzen Intervallen anwenden.
- Hochlagern von Arm oder Bein – wenn möglich über Herzhöhe, um Schwellung und Schmerz zu verringern.
- Nicht kratzen – das verlängert die Heilung und erhöht das Infektionsrisiko.
- Symptome beobachten – bei Verschlechterung ebenfalls medizinische Hilfe suchen.
Tipp für unterwegs:
Allergiker sollten ihr Notfallset (Antihistaminikum, Adrenalin-Autoinjektor) immer griffbereit haben.
Wespen stehen unter Naturschutz
Wespen und ihre Nester stehen unter Bundesnaturschutzgesetz. Eine Entfernung oder Umsiedlung ist nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde erlaubt, etwa wenn Allergiker im Haushalt leben. Viele Wespenvölker sterben schon Ende August ab; nur Jungköniginnen überwintern und gründen im Frühjahr ein neues Volk.
Fazit: Mit Gelassenheit, Schutzmaßnahmen und Rücksicht lassen sich Begegnungen mit Wespen problemlos meistern – und ihre wichtige Rolle im Naturhaushalt bewahren.






