Foto: Jonas Hauser / EnBW
Wie schnell die Natur auf neue Entwicklungen reagiert. Neues, anderes Leben Leben regt sich in der leeren Schwarzenbachtalsperre.
Wie schnell die Natur auf neue Entwicklungen reagiert. Neues, anderes Leben Leben regt sich in der leeren Schwarzenbachtalsperre.
Foto: Jonas Hauser / EnBW

Schwarzenbachtalsperre: Ab Ende Oktober heißt es Wasser marsch!

22. Oktober 2026
Sie war in diesem Sommer und Herbst eine der Top-Attraktionen im Nordschwarzwald: Die leere Schwarzenbachtalsperre bei Forbach lockte mehr Besucher an als zu ihren besten Zeiten im voll aufgestauten Zustand. Wegen dringender Sanierungsarbeiten an der Staumauer hatte der Energiekonzern EnBW das Wasser komplett ablassen müssen. Ab Ende Oktober geht es nun wieder in die andere Richtung – die Wiederbefüllung beginnt. Allerdings erfolgt der Prozess vorerst nur mit angezogener Handbremse. Ein vollständiger Aufstau des Sees ist erst für das Jahr 2028 geplant.
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Großer Ansturm auf den leeren See

Bei der EnBW zeigt man sich überrascht und erfreut über das große Interesse, auf das die Sperre stößt. EnBW-Pressesprecherin Miriam Teige: „Die Talsperre war in dieser Zeit besser besucht als sonst.“ Viele nutzten die seltene Gelegenheit, um sich das riesige, leere Becken anzuschauen. Ein Anblick, den es vielleicht nur ein oder zwei Mal im Leben gibt. Beim Ablassen hielt der See dann auch die eine oder andere Überraschung bereit. Die Spektakulärste: der Fund einer Leiche.

Abgelassen wurde die Sperre übrigens wegen notwendiger Arbeiten an der Staumauer. Zum letzten Mal war dies vor 30 Jahren der Fall. Der genaue Starttermin für das Einleiten des Wassers steht noch nicht exakt fest. Die Abstimmungen mit den zuständigen Behörden laufen derzeit, aber es soll noch diesen Oktober losgehen.

Ein Blick auf die fast leere Talsperre. Wenig später war auch das letzte Wasser abgelaufen. Foto: EnBW / Jürgen Stresius

Nur eine Teilbefüllung im ersten Schritt

Diejenigen, die hoffen, dass das Becken schon in Bälde wieder voll aufgestaut sein wird, werden allerdings zunächst einmal enttäuscht. Daraus wird nämlich nichts. Im ersten Schritt ist lediglich eine Teilbefüllung vorgesehen, bei der der See eine Wassertiefe von bis zu acht Metern erreichen soll. Nach Angaben der EnBW wird der Wasserstand bis zur geplanten Inbetriebnahme des neuen Pumpspeicherkraftwerks auf diesem vergleichsweise niedrigen Niveau gehalten. Zum Vergleich: Bei Vollstau beträgt die Wassertiefe in der Spitze rund 60 Meter. Bis dahin fehlen noch einige Meter. Und da das neue Pumpspeicherkraftwerk erst wie geplant im Herbst 2027 in Betrieb gehen wird, ist also noch ein bisschen Geduld angesagt,

Freizeitangebote müssen warten

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Freizeitbereich. Der Angelsport und der Bootsverleih auf dem See können erst wieder starten, wenn deutlich höhere Wasserstände erreicht sind. Wann genau das der Fall sein wird, lässt sich laut EnBW schwer vorhersagen, da der Prozess stark von den natürlichen Zuflusssituationen abhängt. „Bei Starkregen kann der See in kürzester Zeit gefüllt werden. Bei normalen Wetterverhältnissen sprechen wir von mehreren Monaten“, so Miriam Teige. Aber spätestens 2028 dürfte der See wieder seine alte Größe erreichen.

Und so sieht sie aus, wenn sie voll ist. Bild: Dpesek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Naturschutz beim Anstau im Fokus

Ein besonderes Augenmerk liegt beim Wiederbefüllen nach Angaben des Unternehmens auf dem Naturschutz. Man werde die im leeren Becken neu entstandenen Lebensräume erhalten oder diese – wo nötig – gezielt verlagern. Die neu angelegten Riffe würden als dauerhafter Rückzugsraum für Fische und andere Organismen bestehen bleiben..

EnBW investiert 280 Millionen

Hintergrund der Maßnahmen ist ein Großprojekt: Rund 280 Millionen Euro investiert die EnBW in die neue Anlage. Pumpspeicherkraftwerke fungieren als gigantische Energiespeicher und sind eine wichtige Säule der Energiewende. Wenn viel Strom aus Wind und Sonne im Netz vorhanden ist, wird Wasser in das Oberbecken gepumpt. Steigt der Strombedarf, fließt das Wasser bergab, treibt Turbinen an und stellt innerhalb von Sekunden grüne Energie bereit.

Über 5000 Interessierte waren kürzlich bei einem „Tag der offenen Baustelle“ dabei und konnten sich dabei ein Bild vom Ausmaß der spektakulären Arbeiten machen, die mit dem Bau des neuen Pumpspeicherkraftwerks verbunden sind. Foto: Porr

Spektakulärer Schwertransport am 28. Oktober

Ein wichtiger Meilenstein des Großprojekts steht am 28. Oktober an Dann wird das Herzstück der Anlage – die rund 80 Tonnen schwere Pumpturbine inklusive Spirale – angeliefert. Der Transport des tonnenschweren Bauteils gilt als logistisch spektakulär.

Fertigstellung im Herbst 2027

Zuletzt standen aufwendige Sprengungen im Berg im Fokus, um neue Stollen in den Fels zu treiben. Die Vortriebs-Sprengungen zum Murg-Wasserschloss wurden im September erfolgreich abgeschlossen; die Sprengungen zum Schwarzenbach-Wasserschloss folgen voraussichtlich in zwei Wochen. Das neue unterirdische Kavernenkraftwerk soll im Herbst 2027 fertiggestellt sein.


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