Zahlen geben vorsichtigen Anlass zur Zuversicht
„Das Auerhuhn ist noch lange nicht über dem Berg“, betonte Landwirtschaftsminister Peter Hauk bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen in Stuttgart. „Aber der dramatische Rückgang zwischen 2012 und 2022 scheint sich zumindest in Teilbereichen nicht weiter fortzusetzen. Das ist ein kleiner Hoffnungsschimmer.“ Entscheidend sei, dass die Maßnahmen aus dem Auerhuhn-Aktionsplan weiterhin konsequent umgesetzt würden.
Die Zählungen während der Balzzeit gelten seit den 1980er Jahren als wichtigste Methode zur Bestandserfassung. Sie werden unter anderem von ForstBW, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA), dem Landesjagdverband, dem Nationalpark Schwarzwald, dem Verein Auerhuhn im Schwarzwald sowie vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern durchgeführt.
Schutz durch Lebensraum und weniger Beutegreifer
„Für den Schutz des Auerhuhns ist die konsequente Umsetzung der Maßnahmen unerlässlich“, sagt Simon Boos vom Landesjagdverband Baden-Württemberg. „Die Belange des Auerhuhns sollten bei forstlichen Zielen eine deutlich größere Rolle spielen – im Staats-, Kommunal- und Privatwald.“ Seit vergangenem Jahr läuft ein gemeinsames Projekt zur Professionalisierung des Prädatorenmanagements, also der gezielten Regulierung von Beutegreifern wie Fuchs oder Marder, die Eier, Küken oder brütende Hennen gefährden.
Auch die Waldbesitzer leisten einen wichtigen Beitrag: „Durch habitatverbessernde Maßnahmen konnten Balzplätze an ehemals verwaisten Standorten wiederbelebt werden“, berichtet Wildbiologe Dr. Joy Coppes von der FVA. Die erste Evaluation des Maßnahmenplans 2023–2028 zeigt, dass deutlich mehr Schutzmaßnahmen greifen – und dass sich der Einsatz lohnt.
Hintergrund:
Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) gilt als Charaktervogel des Schwarzwalds. Es ist auf der Roten Liste der Brutvögel geführt und bei uns vom Aussterben bedroht. Der scheue Vogel braucht strukturreiche Wälder mit viel Licht und ausreichend Deckung – Bedingungen, die im modernen Wirtschaftswald selten geworden sind. Der Schutz des Auerhuhns ist daher nicht nur eine Frage der Artenvielfalt, sondern auch ein Appell an eine naturverträgliche Waldnutzung.





