Foto: Copyright: NABU/Daniel Schmidt-Rothmund
Wieder „daheim“ am Oberrhein:: das Fischadlerpaar Chronos und Kepler ist 2026 aus südlichen Gefilden wieder in seinen Horst zurückgekehrt
Wieder „daheim“ am Oberrhein:: das Fischadlerpaar Chronos und Kepler ist 2026 aus südlichen Gefilden wieder in seinen Horst zurückgekehrt
Foto: Copyright: NABU/Daniel Schmidt-Rothmund

Super! Fischadler-Pärchen zurück am Oberrhein – Hoffnung auf Nachwuchs

16. April 2026
Gute Nachrichten für Naturfreunde im Land: Das Fischadlerpaar „Chronos“ und „Kepler“ ist wieder an seinem Horst in Baden-Württemberg angekommen – und alles deutet darauf hin, dass der nächste Brutbeginn unmittelbar bevorsteht. Die beiden Altvögel haben das Nest vorbereitet, sich mehrfach gepaart und zeigen laut Experten bereits das typische Verhalten kurz vor der Eiablage. Es könnte also jederzeit das erste Ei im Nest liegen.

Für den NABU-Fischadlerexperten Daniel Schmidt-Rothmund ist die Lage eindeutig: Die Rückkehr der Tiere ist ein starkes Zeichen dafür, dass Artenschutz wirkt – auch wenn die Bedingungen weiterhin empfindlich bleiben.

Erfolgsgeschichte mit historischem Tiefpunkt

Dabei ist die Rückkehr alles andere als selbstverständlich. Erst 2023 gelang es Chronos und Kepler, nach über 115 Jahren erstmals wieder erfolgreich in Baden-Württemberg zu brüten. Der Fischadler ist damit aktuell der einzige Adler im Südwesten, der hier Nachwuchs aufzieht.

Historisch war die Art einst entlang von Donau, Rhein, Neckar sowie Kocher und Jagst heimisch. Doch im 19. Jahrhundert wurde sie als vermeintlicher Nahrungskonkurrent massiv verfolgt: Gelege wurden geplündert, Horstbäume gefällt – bis der Fischadler 1907 im Südwesten vollständig ausgerottet war.

Mit großem Engagement wurden links und rechts des Oberrheins mehr 30 Nisthilfen bzw. Plattformen auf hohen Bäumen installiert. Und es scheint nicht umsonst zu sein. Jetzt steigen sogar die Chancen auf ein zweites Brutpaar. Bild: Copyright: NABU/Daniel Schmidt-Rothmund

Aufwendiger Schutz und starke Kooperation

Dass die Rückkehr heute überhaupt möglich ist, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit. NABU-Ornithologe Dr. Daniel Schmidt-Rothmund engagiert sich seit vielen Jahren für die Wiederansiedlung – ein Projekt, das enorm viel Zeit, Energie, Geduld und auch Geld erfordert.

Mehr als 30 Nisthilfen bzw. Plattformen wurden inzwischen auf hohen Bäumen installiert. Möglich wurde das durch ein starkes Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Spenderinnen und Spendern sowie die Unterstützung von Forst BW, Gemeinden und Privatwaldbesitzern, die ihre Flächen zur Verfügung stellen.

Zusätzlich kamen im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit der französischen Partnerorganisation LPO am Oberrhein zehn weitere Nisthilfen hinzu – beidseits des Rheins zwischen Basel und Karlsruhe.

Die Hoffnung wächst, dass solche Eier sogar bald auch in einem zweiten Horst am Oberrhein liegen werden. Bild: Copyright: NABU/Daniel Schmidt-Rothmund

Hoffnung auf weiteres Adlerpaar im Südwesten

Auch aktuell bleibt es spannend: Die Nestkamera zeigt zwar wegen eines technischen Defekts derzeit keine Bilder, doch die Tiere sind aktiv im Brutgeschehen. Eine Störung soll unbedingt vermieden werden – erst im Juni wird das Team wieder eingreifen, um Jungvögel zu beringen und die Technik zu reparieren.

Und es gibt noch mehr Hoffnung: Nur wenige Kilometer entfernt wurde bereits ein weiteres vorbereitetes Nest von einem Fischadler inspiziert. Die Chancen auf ein zweites Brutpaar stehen also nicht schlecht. Jetzt heißt es: abwarten – und Daumen drücken für die weitere Rückkehr der Fischadler im Südwesten.

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