Foto: Archivbild, Winterhalter
So sah er aus, der erste Skilift der Welt. 2016 sind es 118 Jahre her, seit er im Schwarzwald erfunden wurde. Hier ein Bild der ersten Liftanlage.
So sah er aus, der erste Skilift der Welt. 2016 sind es 118 Jahre her, seit er im Schwarzwald erfunden wurde. Hier ein Bild der ersten Liftanlage.
Foto: Archivbild, Winterhalter

Schwarzwälder Rekorde: Pfiffiger Gastwirt erfand ersten Skilift der Welt

16. April 2026
In der Reihe „Schwarzwälder Rekorde“ stellt euch Schwarzwald aktuell Rekorde und Bestleistungen vor, mit denen sich der Schwarzwald schmücken kann. Und eines muss man den Schwarzwäldern lassen: Viele von ihnen waren und sind ganz einfach Tüftler vor dem Herrn und zeichneten auch für eine ganze Reihe von Erfindungen verantwortlich. Eine davon prägt den Wintersport weltweit bis heute: der Skilift. 2026 sind es genau 118 Jahre, seit er im Schwarzwald von einem Landwirt erfunden wurde.

Robert Winterhalter: ein Tüftler aus Schollach

In diesem Fall hieß der Tüftler Robert Winterhalter, Landwirt und Wirt des „Schneckenhofs“, einem Gasthof im Eisenbacher Ortsteil Schollach im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Er war es nämlich, der 1908 den weltweit ersten Skilift baute und damit eine Revolution im alpinen Skisport einleitete.

Die Idee aus der Not geboren

Dabei hatte er selbst mit dem Skifahren nichts am Hut. Er suchte vielmehr nach einer Möglichkeit, um seinen Gästen den mühevollen und beschwerlichen Berganstieg mit Schneeschuhen oder Rodel zu erleichtern. Der weltweit erste Lift wurde mit einem endlosen Drahtseil von der Wassermühle seines Hofes angetrieben – und das funktionierte: Die Bergstation des Lifts lag 280 Meter von der Mühle entfernt, wobei ein Höhenunterschied von genau 32 Metern überwunden wurde.

Patente und erste Erfolge

Winterhalter meldete seine Anlage beim kaiserlichen Patentamt „als Vorrichtung zum Hinaufziehen von Schneeschuhläufern und Rodlern mittels einer kontinuierlich sich bewegenden Seilbahn auf beschneiten Hängen“ an. Ein Jahr später ließ er seine Erfindung auch in Österreich, Schweden und Norwegen patentieren.

1909 baute der Schollacher auch in Triberg anlässlich einer internationalen Wintersportausstellung einen Lift. Dieser wurde bereits elektrisch angetrieben und war mit 550 Metern Länge und einem Höhenunterschied von 85 Metern deutlich größer als der am Schneckenhof. Prinz Max von Baden zeichnete ihn dafür mit der goldenen Ausstellungsmedaille aus.

Rückschläge durch den Krieg

Sowohl der Lift in Schollach als auch der in Triberg mussten allerdings während des Ersten Weltkriegs wieder abgebaut und die Teile eingeschmolzen werden, weil man sie für die Waffenproduktion brauchte.

Reich wurde Robert Winterhalter mit seiner Erfindung ohnehin nicht. Das lag allerdings nicht an der Qualität seiner Idee, sondern an den Umständen der damaligen Zeit. Die Menschen hatten schlicht andere Sorgen, als bequem auf Brettern einen Hang hinaufzufahren. Investoren blieben aus, Winterhalter verkaufte schließlich sein Patent – und andere verdienten später damit das große Geld.

3 Skifahrer sitzen im Sessellift nebeneinander und fahren mit angeschnallten Ski nach oben. Im Hintergrund der Feldberggipfel
Und so geht es heute im Schwarzwald am Feldberg nach oben. Bild: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Ein Vermächtnis bis heute

Heute gilt Winterhalter als einer der Wegbereiter des modernen Skisports – auch wenn sein Name weit weniger bekannt ist als seine Erfindung. Gerade im Schwarzwald erinnert man sich jedoch an den Mann, der mit einer einfachen, aber genialen Idee Geschichte schrieb.

Der Gasthof lädt noch immer zur Einkehr

Eines aber überdauerte im Schwarzwald die wechselvollen Zeiten: der Schneckenhof. Das urige Schwarzwaldgasthaus wird heute von Andreas Winterhalter, einem Urenkel des Skiliftpioniers, betrieben. In dem Traditionsgasthof kann man nicht nur typisch Schwarzwälder Spezialitäten genießen – bei einem zünftigen Vesper erfährt man sicher auch noch viel genauer, wie das damals war mit dem ersten Skilift der Welt. Ach ja, das alte Mühlenhaus steht auch heute noch,

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