Ein Bauwerk von europäischem Rang
Mit der Jahreszahl 1859 ist die Rheinbrücke Waldshut–Koblenz tatsächlich die älteste erhaltene Eisenbahnbrücke über den gesamten Rhein und zugleich eine der ältesten Gitterträgerbrücken Europas. Sie bildet den Endpunkt der Bahnstrecke Turgi–Koblenz–Waldshut und war bei ihrer Eröffnung ein Meilenstein: die erste feste Bahnbrücke über den Rhein überhaupt – und damit die erste internationale Eisenbahnverbindung zwischen der Schweiz und dem Großherzogtum Baden.
Immer wieder Robert Gerwig
Entworfen wurde das Bauwerk vom badischen Eisenbahnpionier Robert Gerwig, der später mit der Schwarzwaldbahn Eisenbahngeschichte schrieb. Seine Handschrift ist unverkennbar: eine elegante, funktionale eiserne Gitterfachwerkkonstruktion aus Schmiedeeisen, die auf mächtigen Buntsandsteinpfeilern ruht. Die Brücke misst 190 Meter, ursprünglich war der Überbau sogar für zwei Gleise ausgelegt. Verlegt wurde jedoch zunächst nur eines – und dieses wurde 1912 zur besseren Lastverteilung in die Mitte verschoben. Seitdem besitzt die Brücke ihre charakteristische Symmetrie.

Wie durch ein Wunder unversehrt
Während viele Rheinbrücken im Ersten und Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, blieb die Waldshut‑Koblenz‑Brücke völlig unbeschädigt. Ein technikgeschichtliches Glück – und sicher auch ein Ergebnis der Schweizer Neutralität. Dass ein Bauwerk aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zwei Weltkriege, politische Umbrüche und technische Revolutionen übersteht, macht es zu einem der bedeutendsten Eisenbahnrelikte Mitteleuropas.
Sanierung, Denkmalschutz und Zukunft
Heute steht die Brücke unter strengem Denkmalschutz und gilt in Baden‑Württemberg als „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“. Jahrzehntelang war unklar, ob sie den modernen Lasten noch gewachsen ist. 2023 dann die Wendung zum Guten: Die SBB und die Deutsche Bahn beginnen eine umfassende Sanierung. Nach fast drei Jahren Sperrung rollen seit dem 14. Dezember 2025 wieder Züge über die historische Rheinbrücke – derzeit noch mit reduzierter Geschwindigkeit, weil nebenher noch Restarbeiten laufen, doch ab 2027 soll es dann wieder im Normaltempo drüber gehen.
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