Foto: FWTM/Schwerer
Schade, solche Bilder sucht man in Freiburg derzeit vergebens: Die Bächle sind ausgetrocknet.
Schade, solche Bilder sucht man in Freiburg derzeit vergebens: Die Bächle sind ausgetrocknet.
Foto: FWTM/Schwerer

Freiburgs Bächle ausgetrocknet: Touristen enttäuscht

23. August 2026
Zigtausende Urlauberinnen und Urlauber sind in diesen Tagen in Freiburg unterwegs, um das südländische Flair der Schwarzwald-Metropole zu genießen. Doch auf eine der ganz großen Attraktionen müssen nicht nur die Einheimischen, sondern auch sie derzeit leider verzichten: Die berühmten Freiburger Bächle liegen komplett trocken. Wo sonst kühles Nass plätschert und viele ihre Füße abkühlen, finden sich im gesamten Stadtgebiet nur staubtrockene Rinnen.
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Das Bächle-Netz zieht sich über eine stolze Länge von insgesamt 15,5 Kilometern durch die historische Altstadt, wovon rund 6,4 Kilometer unterirdisch verlaufen. Normalerweise sind die kleinen Kanäle das Markenzeichen der Stadt – doch die durch den Klimawandel bedingte extreme Hitze und Trockenheit hat das System nun komplett lahmgelegt.

Dreisam führt kaum noch Wasser

Das Problem liegt am Ursprung des Systems: Die Bächle werden über den historischen Gewerbekanal gespeist. Dieser wiederum bezieht sein Wasser direkt aus der Dreisam. Weil der Fluss wegen des ausbleibenden Regens derzeit jedoch extremes Niedrigwasser führt, reicht die Menge nicht mehr aus. Der Zufluss in den Gewerbekanal und damit in die Bächle ist bereits vor rund zwei Wochen vollständig versiegt.

Nichts ist mit heiraten

Na ja, ein Gutes hat es dann für die Touristen – ob männlich oder weiblich dann schon – sie können nicht in ein Bächle treten und müssen deshalb – wie es in einem solchen Fall Fall normalerweise heißt – auch keine Freiburgerin oder keinen Freiburger heiraten. Wobei wir da dann doch eher von dürfen statt müssen reden wollen.. Die wissen nämlich gar nicht, was ihnen da alles Wunderbare entgeht.

Dramatische Rettungsaktion

Die Hitze machte zuletzt indes nicht nur uns, sondern auch der Tierwelt schwer zu schaffen. In den verbliebenen Bachpfützen des Gewerbekanals spielte sich Anfang August ein echtes Drama ab: Da das stehende Wasser kaum noch Sauerstoff hielt, drohten die Fische darin zu ersticken.

In einer breit angelegten, fieberhaften Rettungsaktion rückten Helfer aus, um möglichst viele Fische aus den austrocknenden Löchern abzufischen. Die geretteten Tiere wurden in den noch wasserführenden Dietenbach umgesiedelt, wo sie eine Überlebenschance haben.

Ab 19. Septemer große Reinigung

Wer in den kommenden Wochen auf Abkühlung hofft, wird enttäuscht. Selbst wenn es in nächster Zeit regnen sollte, bleibt das System bald wieder trocken. Vom 19. September bis zum 2. Oktober 2026 steht der reguläre jährliche Bachabschlag an. In diesem Zeitraum wird der Kanal ohnehin offiziell komplett trockengelegt, damit das Garten- und Tiefbauamt sowie die traditionellen Bächleputzer das Bett von Schlamm und Unrat befreien und notwendige Reparaturen durchführen können. Bis das Wasser wieder wie gewohnt durch Freiburg fließt, wird es also noch dauern.

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