Foto: NABU Daniel Schmidt-Rothmund (Alle Bilder)
Beim NABU hofft man natürlich, dass das Fischadlerpärchen trotz des Verlustes auch 2025 wieder an den Oberrhein kommt.
Beim NABU hofft man natürlich, dass das Fischadlerpärchen trotz des Verlustes auch 2025 wieder an den Oberrhein kommt.
Foto: NABU Daniel Schmidt-Rothmund (Alle Bilder)

Rastatt / Fischadler-Eier geraubt: Baummarder offenbar „Täter“ – kein Nachwuchs 2025

18. August 2025
Baden-Württembergs einziges Fischadlerpaar bleibt 2025 ohne Nachwuchs. Der Grund: Die vier Eier im Horst bei Rastatt wurden nachts geplündert – vermutlich von einem Baummarder. Für das Wiederansiedlungsprojekt ist das ein herber Rückschlag, doch für 2026 gibt es neue Hoffnung.

Ein nächtlicher Überfall im Horst

Das gefiederte Glück am Oberrhein hat 2025 einen herben Rückschlag erlitten. Auf dem Horst im Rastatter Wald muss sich ein dramatischer Kampf abgespielt haben, wie jetzt die Speicherkarte einer Wildkamera zeigt.
„Ende April war die Welt von Fischadlerpaar Chronos und Kepler noch in Ordnung – vier Eier lagen im Nest. Doch mitten in der Nacht änderte sich alles. Das letzte Bild zeigt die Fischadlerin in Abwehrhaltung, das Gefieder gesträubt, den Schnabel zum Horstrand gerichtet. Vermutlich genau in dem Moment kletterte ein Baummarder den Horst hinauf“, erklärt NABU-Fischadlerexperte Daniel Schmidt-Rothmund.

Die Kamera dokumentierte anschließend ein zerstörtes Gelege. Die Eier waren verschwunden, das Elternpaar blieb zurück – ohne Chance auf Nachwuchs. Für das Projekt zur Wiederansiedlung des Fischadlers im Land bedeutet das ein verlorenes Jahr.

Detektivarbeit in 30 Metern Höhe

Nesträuber gehören zur Natur – Baummarder, Waschbären oder Uhus haben es auf Eier und Küken abgesehen. Im Fall von Rastatt spricht vieles für den flinken Baummarder. „Er ist ein hervorragender Kletterer, 30 Meter Höhe sind für ihn kein Problem“, so Schmidt-Rothmund.

Auf diesem früheren Bild sind es drei Fischadlereier. Dieses Jahr waren es sogar vier. Nachwuchs gibt es dennoch keinen. Das Nest wurde geplündert. 

Ende Juli kletterte ein NABU-Team um Baumprofi Georg Bürk erneut zum Horst. Sie sicherten die Kamera, sichteten die Bilder und suchten nach Spuren. Doch im Nest selbst war vom Raubzug nichts mehr zu finden. Einige Aufnahmen zeigen nur noch ein beschädigtes Ei am Horstrand – danach herrschte Leere.

Das Paar selbst wurde später an zwei weiteren Horsten beobachtet, sogar im Elsass. Offen bleibt: Wo werden Chronos und Kepler im nächsten Jahr brüten?

Hoffnungsschimmer für die nächste Saison

So bitter der Verlust ist – es gibt Lichtblicke. Im Juli inspizierte das Paar stundenlang eine zweite Nisthilfe in Baden-Württemberg. „Vielleicht haben sie sich nach einem neuen Familienheim umgesehen. Das ist für das Projekt ein gutes Zeichen“, sagt Schmidt-Rothmund.

Und es gibt noch mehr Positives: Im schwäbischen Teil Bayerns wurden 2025 drei junge Fischadler erfolgreich beringt. „Solche Dramen im Nest passieren immer wieder. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam weiter am Comeback der Fischadler arbeiten. Damit holen wir ein Stück Natur zurück, das einst durch Ausrottung verloren ging“, so der NABU-Experte.

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