Foto: Carsten Fertig Pforzheim (alle Bilder)
Das einzige DDR-Museum in Westdeutschland nimmt uns mit auf eine spannende Reise in die jüngste deutsche Vergangenheit. Bilder: Carsten Fertig Pforzheim
Das einzige DDR-Museum in Westdeutschland nimmt uns mit auf eine spannende Reise in die jüngste deutsche Vergangenheit. Bilder: Carsten Fertig Pforzheim
Foto: Carsten Fertig Pforzheim (alle Bilder)

Pforzheim: Einziges DDR-Museum im Westen lädt zum „Tag der Deutschen Einheit“

2. Oktober 2025
Die DDR ist Geschichte, doch vergessen ist sie lange nicht und ihre Spuren wirken bis heute. Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, öffnet das DDR-Museum Pforzheim seine Türen für ein besonderes Programm – und erinnert daran, wie wertvoll Freiheit und Demokratie sind. Das Museum ist das einzige seiner Art in den westlichen Bundesländern und damit ein ganz besonderer Ort der Erinnerung.

Ein echtes Unikat im Westen

Während sich in den neuen Bundesländern zahlreiche Museen mit der DDR-Vergangenheit beschäftigen, ist das Pforzheimer Haus ein echtes Unikat. Gegründet 1998 von Klaus Knabe, zeigt es die Geschichte der DDR-Diktatur von 1945 bis 1990 – mit einer beeindruckenden Sammlung aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Vom Alltag bis zur Staatsmacht, von der Mangelwirtschaft bis zur Opposition.

Gauck: „Mehr als nur ein Museum“

Dass dieser Ort mehr ist als ein Museum, hat auch Bundespräsident a.D. Joachim Gauck erkannt. Er würdigte das Haus als „lebendiges Geschichtsbuch“, das jungen Menschen vermitteln könne, „dass Demokratie kein Naturgesetz ist, sondern aktiven Einsatz braucht“. Besonders betonte Gauck die Lage des Museums „tief im Südwesten der Republik“ – ein Ort, der zeige, dass die Erinnerung an das Unrecht der SED-Diktatur nicht nur Aufgabe der neuen Bundesländer sei, sondern eine gesamtdeutsche.

„Ein Lernort der Demokratie“

Für Gauck ist das Museum ein „Lernort der Demokratie“, der zeigt, wie wichtig das Erinnern an Unfreiheit, Willkür und Menschenrechtsverletzungen ist – gerade heute. „Eine lebendige, demokratische Gegenwart braucht das Erinnern an die Unfreiheit der Vergangenheit genauso wie das aktive Tun in der Zivilgesellschaft von heute“, so Gauck. „Objekte aus der ehemaligen DDR erzählen vom Leben in Unfreiheit und darüber, was eine Diktatur mit Menschen macht“, erklärt er weiter.

Wie die Menschen die Diktatur abschüttelten

Schulbücher voller Indoktrination, Zellentüren aus DDR-Gefängnissen, Geruchsproben aus Stasi-Archiven, Reste von Grenzanlagen und Mauersegmenten – all das mache die Vergangenheit greifbar. Und es zeige auch, wie aus „Insassen“ Bürger wurden, die sich erhoben und die Diktatur abschüttelten.

Am 3. Oktober öffnet das DDR-Museum Pforzheim von 10:00 bis 17:00 Uhr seine Türen – für einen Tag zum Erinnern, Erleben und Diskutieren.

Das Museumsprogramm am Tag der Deutschen Einheit

11:00 Uhr – Museumsführung mit Austausch
Eine spannende Reise durch die DDR-Vergangenheit. Im Anschluss gibt’s Getränke und Gespräche – ganz im Sinne der gelebten Demokratie.

14:00 Uhr – Lesung aus „Heimsuchung“ von Jenny Erpenbeck
In Kooperation mit dem Stadttheater Pforzheim wird der Roman über deutsche Geschichte und Erinnerungskultur eindrucksvoll zum Leben erweckt.

18:00 Uhr – Festveranstaltung im Reuchlinhaus
Zum feierlichen Abschluss lädt die Stadt Pforzheim ins Reuchlinhaus (Jahnstraße 42). Dort wird Erster Bürgermeister Dirk Büscher die Portusmedaille an Volker Römer überreichen – als Anerkennung für sein langjähriges Engagement für das DDR-Museum.

Weitere Infos unter www.pforzheim-ddr-museum.de

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