Foto: Roland Hebsacker
Ein Kunstwerk, das lebt! Noch bis zum 28, September ist im Freiburger Münster die spektakuläre Fadeninstallation „Sichtbar – Unsichtbar“ der Künstlerin Elke Maier zu sehen. Unser Tipp: Unbedingt hingehen! Es lohnt sich wirklich!
Ein Kunstwerk, das lebt! Noch bis zum 28, September ist im Freiburger Münster die spektakuläre Fadeninstallation „Sichtbar – Unsichtbar“ der Künstlerin Elke Maier zu sehen. Unser Tipp: Unbedingt hingehen! Es lohnt sich wirklich!
Foto: Roland Hebsacker

Kunst, die lebt! Fadeninstallation im Freiburger Münster zieht Tausende an

22. Juni 2026
Sie hat schon Tausende in ihren Bann gezogen: Die Rede ist von der Faden-installation „Sichtbar – Unsichtbar“ der Künstlerin Elke Maier, die seit Pfingsten im Freiburger Münster zu sehen ist und noch bis zum 28. September bestaunt werden kann. Zum Glück, denn es ist ein einzigartiges Kunstwerk, bei dem die Künstlerin Tausende Meter feinstes Baumwollgarn miteinander verwoben hat. Eine Arbeit, die lebt, sich ständig verändert und sich jedem Betrachter immer wieder neu erschließt. Faszinierend!

Ein Kunstwerk im Dialog mit dem Raum

Sechs Wochen lang, seit dem 13. April, hat Elke Maier im Freiburger Münster gearbeitet und ihre Installation im offenen Prozess entstehen lassen. Die Besucherinnen und Besucher konnten dabei zusehen, wie sich hunderte Fäden und tausende Meter Garn Schritt für Schritt in das gotische Kirchenschiff einschrieben. Das Material ist schlicht, fast unscheinbar – und gerade deshalb so wirkungsvoll. Die Erzbischof Hermann Stiftung der Erzdiözese Freiburg fördert das Projekt.

Licht als Mitgestalter

Wer das Münster betritt, nimmt die Fäden zunächst kaum wahr. Erst das natürliche Licht macht die Installation sichtbar. Wenn die Sonne durch die Fenster fällt, beginnen die Fäden zu leuchten, reflektieren das Licht und zeichnen feine Linien in den Raum. Wandert die Sonne weiter, verschwinden einzelne Partien wieder im Halbdunkel. Ein Schritt zur Seite, ein veränderter Blickwinkel – und plötzlich erscheint ein neues Muster. Ein ständiges Wechselspiel zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, zwischen Präsenz und Verschwinden. Prozesshaft, flüchtig, oft nur für Augenblicke.

Eine faszinierende Entdecksreise. Mit jedem neuen Lichtstrahl, mit jedem Positionswechsel eröffnet sich dir ein völlig neues Bild. Fäden verschwinden, neue tauchen auf . . . Bild: Günther Baumann

Schwerelos im Raum

Die Fäden scheinen durch das Kirchenschiff zu schweben: von unten nach oben, von links nach rechts, von hinten nach vorne. Mal wirken sie wie Sonnenstrahlen, die den Raum durchfluten, dann wieder lösen sie sich im Dämmerlicht auf. Die Dimensionen sind beeindruckend: Das Münster misst im Chor 27,35 Meter Höhe, das Kirchenschiff erstreckt sich über 125,83 Meter Länge. Entsprechend monumental ist die Installation, die sich wie ein feines Netz durch den Raum spannt.

Einladung zum Erleben

Die Ausstellung ist bis zum 28. September während der regulären Öffnungszeiten des Münsters zu sehen, der Eintritt ist frei. Besucherinnen und Besucher kann man nur ermuntern, sich die Installation zu unterschiedlichen Tageszeiten anzuschauen, sieht man sie doch niemals gleich.

Die Künstlerin

Elke Maier, 1965 in Niederbayern geboren und heute in Kärnten lebend, ist international bekannt für ihre Interventionen aus weißem Garn in sakralen Räumen. Arbeiten von ihr waren u.a. bereits im Stephansdom in Wien, dim Bamberger Dom und in der Kollegienkirche Salzburg zu sehen. Die Freiburger Installation ist indes ihr bisher größtes Projekt.

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