Das dramatische Fischsterben am Kofenweiher in Hüfingen hat sich in den letzten Tagen zu einer der schwersten ökologischen Krisen der Region Schwarzwald-Baar entwickelt. Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit ist das Ökosystem des beliebten Gewässers vollständig kollabiert. Zehntausende Fische sind innerhalb kürzester Zeit verendet. Am heutigen Dienstag gab es erstmals einen kleinen Lichtblick: Es wurden keine toten Fische mehr entdeckt.
Gewässer völlig kollabiert
Die extremen Wassertemperaturen und der ausbleibende Regen ließen den Sauerstoffgehalt des Kofenweihers auf ein für Wassertiere tödliches Niveau sinken. Das Resultat: ein Massensterben unvorstellbaren Ausmaßes. Zehntausende Fische aller Größenordnungen und Arten sind innerhalb kürzester Zeit verendet.
Der Schwarzwald-Baar-Kreis hat zwar das eine oder andere Fischsterben in Gewässern hinter sich – aber an ein Sterben in diesem Ausmaß kann sich niemand erinnern. Der Vorsitzende der Fischereivereinigung sprach von einer Belastungsprobe, „wie wir sie in dieser Form noch nie erlebt haben“.
Fischsterben von historischem Ausmaß
Seit rund einer Woche befindet sich die örtliche Fischereivereinigung gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Helfern im Dauereinsatz. Vom Boot aus und entlang der Uferbereiche bergen die Einsatzkräfte ununterbrochen tote Fische.
Die Arbeit entpuppte sich als ein Wettlauf gegen die Zeit, denn jeder Kadaver, der im Wasser verbleibt, würde durch die einsetzende Verwesung die Wasserqualität weiter verschlechtern und das verbliebene Leben im Weiher zusätzlich gefährden. Die geborgenen Fischmengen müssen eimer- und containerweise abtransportiert und fachgerecht entsorgt werden.

Pumpen als Notmaßnahme
Um den noch lebenden Fischen eine Überlebenschance zu sichern, wurden großflächig Wasserpumpen installiert. Sie wälzen das Wasser wie Springbrunnen um und führen künstlich Sauerstoff zu. Auch die Feuerwehr war mit Tragkraftspritzen im Einsatz. Dennoch bleibt die Lage angespannt, denn die jüngsten Regenschauer waren viel zu gering, um den Pegel spürbar anzuheben oder das Wasser abzukühlen. Der Kofenweiher, der seit Jahrzehnten unter einer hohen Nährstoffbelastung leidet, kann sich ohne anhaltende Niederschläge nicht aus eigener Kraft regenerieren.
Ein erster Lichtblick
Am heutigen Dienstag dann der erste Lichtblick: Es wurden bislang keine weiteren toten Fische mehr entdeckt. Die Stadt Hüfingen glaubt, dass die „ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen“. Die Pumpen würden zunächst in Betrieb bleiben, allerdings wegen der großen Lärmbelästigung stundenweise abgeschaltet.
Sperrung des Areals
Die Stadt Hüfingen hat reagiert und das gesamte Areal rund um den Kofenweiher gesperrt. Das strikte Betretungs- und Badeverbot gilt nach wie vor. Das Landratsamt warnt eindringlich davor, die Absperrungen zu missachten oder in Kontakt mit dem Wasser zu kommen, da durch die Verwesung der Tiere eine hohe bakterielle Belastung vorliege. Wann sich das Gewässer erholen wird und ob jemals wieder ein stabiler Fischbestand aufgebaut werden könne, sei derzeit völlig ungewiss.






