Foto: Hochschwarzwald Tourismus GmbH
„Hallo, schaut mich an! Ich bin jetzt Welterbe-Baum!“
„Hallo, schaut mich an! Ich bin jetzt Welterbe-Baum!“
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Grafenhausen: Danieltanne wird 59. Nationalerbe‑Baum Deutschlands

19. Mai 2026
Wer zur Danieltanne bei Grafenhausen wandert, steht plötzlich vor einem echten Giganten. Rund 45 Meter hoch, fast sechs Meter Stammumfang und etwa 450 Jahre alt – die mächtige Weißtanne im Naturschutzgebiet Schlüchtsee gehört zu den beeindruckendsten Bäumen im Schwarzwald. Mehr noch: Sie gilt sogar als die dickste Tanne des gesamten Schwarzwalds. Jetzt erhält sie eine ganz besondere Auszeichnung: Die Danieltanne wird offiziell zum 59. Nationalerbe-Baum Deutschlands erklärt.

Die dickste Tanne im Schwarzwald

Damit reiht sich der uralte Baum in eine bundesweite Liste von nur 100 besonders schützenswerten Bäumen ein. Dass die Danieltanne im Naturschutzgebiet Schlüchtsee etwas ganz Besonderes ist, fiel schon vor Jahrzehnten auf. Der frühere Revierförster Hartmut Frank erkannte früh die außergewöhnlichen Maße des Baumes und ließ ihn vermessen. In den 1990er-Jahren bekam die Tanne schließlich ihren heutigen Namen. Gemeinsam mit einer etwas kleineren Nachbarin, die im Volksmund „Daniela“ genannt wird, bildet sie heute ein eindrucksvolles Naturdenkmal mitten im Hochschwarzwald.

Der Name geht übrigens auf die Flurbezeichnung „Daniel“ zurück, in der der Baum steht. Woher diese Bezeichnung ursprünglich stammt, weiß heute allerdings niemand mehr genau.

Ein Blick in Richtung Krone des neuen deutschen Welterbe-Baumes. Der dickste Baum des Schwarzwalds und einer der höchsten dazu. Jetzt wird er auch noch Welterbe. Mehr geht nicht! Wetten, dass der Gute jetzt voller Stolz noch ein paar Zentimeter größer wird? Bild: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Ein Symbol für den Schwarzwald der Zukunft

Besonders bemerkenswert: Die Danieltanne hat in ihrem langen Leben so einiges überstanden. Stürme wie „Wiebke“ und „Lothar“, die Zeiten des Waldsterbens in den 1980er-Jahren und mehrere trockene Sommer seit 2019 konnten dem Baum offenbar wenig anhaben. Noch heute gilt die Weißtanne als erstaunlich vital.

Gerade deshalb steht die Danieltanne inzwischen auch symbolisch für den Wandel der Wälder. Während früher vielerorts Fichten gepflanzt wurden, gewinnt die Weißtanne heute wieder an Bedeutung. Sie gilt als widerstandsfähiger gegen Trockenheit und könnte für den Schwarzwald der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Naturerlebnis mitten im Bergwald

Wer den Baum selbst erleben möchte, muss dafür keine große Wanderung unternehmen. Vom Weg aus ist die Danieltanne nach einem etwa 15- bis 20-minütigen Spaziergang gut erreichbar. Umgeben von Fichten, Buchen und Bergahorn entfaltet der Baum eine beeindruckende Wirkung – nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner besonderen Ausstrahlung.

Die Auszeichnung wird gefeiert

Die offizielle Ernennung zum Nationalerbe-Baum findet am 22. Mai um 15 Uhr statt. Nach kurzen Ansprachen gibt es im Garten des Heimatmuseums Hüsli einen gemeinsamen Austausch bei Getränken und Imbiss. Dabei wird auch Prof. Dr. Andreas Roloff von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft die Bedeutung der Auszeichnung erläutern.

Mehr über die Tanne und den gesamten Hochschwarzwald erfahrt ihr unter www.hochschwarzwald.de

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