Rückkehr eines Hoffnungsträgers
„Jetzt ist es schon passiert, juhu!“ NABU‑Ornithologe Daniel Schmidt‑Rothmund kann sein Glück kaum fassen. Der Fischadler CP91, bei seiner Beringung „Fuchur“ getauft, wurde seit Mitte Juli mehrfach im Rheintal fotografiert. Für Schmidt‑Rothmund ist das ein starkes Signal: „Es sieht so aus, als ob sich der imposante Adler die Saalbachniederung mit ihren Feuchtwiesen, Teichen und dem nahen Rhein als Sommerquartier ausgewählt hat und sich dort für den anstehenden Vogelzug stärkt.“

Fuchur ist ein Weibchen
Die Gefiederfärbung deutet darauf hin, dass Fuchur ein Weibchen ist. Und Weibchen entscheiden über den künftigen Nistplatz. „Für unsere Population in Baden‑Württemberg könnte die Rückkehr von Fuchur der Durchbruch sein. Wenn der junge Adler im zeitigen Frühjahr 2027 wohlbehalten aus Afrika zurück ist, wird es spannend“, sagt Schmidt‑Rothmund. Die Chancen stehen gut: Während des Vogelzugs rasten zahlreiche Fischadler auf ihrer Rückreise aus Afrika in der Saalbachniederung.
Vom Ebrodelta zurück an den Oberrhein
Zuletzt war Fuchur im August 2024 gesehen worden – ein zufälliger Schnappschuss im nordspanischen Ebrodelta, einem bedeutenden Rastgebiet am westlichen Mittelmeer. Danach verlor sich seine Spur. Nun ist klar: Der Adler hat den heißen Sommer in der Saalbachniederung gut überstanden und scheint sich in der Region zurechtzufinden. Jungvögel vagabundieren nach dem Flüggewerden oft mehrere Jahre umher, bis sie geschlechtsreif sind und einen Brutplatz sowie Partner finden.
Zurück in die alte Heimat
Früher war der Fischadler an Donau, Neckar und Rhein heimisch. Renaturierte Flussauen, bessere Wasserqualität und ein gestärkter Lebensraum erhöhen heute die Chancen, dass sich langfristig wieder eine stabile Population des Fischjägers im Südwesten etablieren kann. Einen entscheidenden Beitrag hat dazu der NABUNABU‑Ornithologe Daniel Schmidt‑Rothmund mit seinem Team geleistet.






