Fünf Jahre Nationalpark Schwarzwald – eine Bilanz

Zu den Tieren, denen der Nationalpark Schwarzwald Heimat ist, gehört auch dieses Sperlingskauzpärchen. Zu den Tieren, denen der Nationalpark Schwarzwald Heimat ist, gehört auch dieses Sperlingskauzpärchen. Foto: Arne Kolb/Nationalpark Schwarzwald

Fünf Jahre Nationalpark Schwarzwald – eine Bilanz

Dienstag, 30 Juli 2019

Seit fünf Jahren gibt es den Nationalpark Schwarzwald – für die Forscherinnen und Forscher ein guter Zeitpunkt, um eine erste Zwischenbilanz zur Biodiversität in dem jungen Schutzgebiet zu ziehen.

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„Wir haben bisher mehr als 2.100 Tierarten, davon 1.400 Insektenarten, mehr als 1.050 Pilzarten, fast 600 Farn- und Blütenpflanzen sowie mehr als 200 verschiedene Flechten und fast 400 Moosarten im Nationalpark erfasst“, berichtet Nationalparkleiter Dr. Wolfgang Schlund. Das sind rund 20 Prozent der in Baden-Württemberg insgesamt vorkommenden Tier-, Pilz- und Pflanzenarten.

Für Umweltminister Franz Untersteller ist das Zwischenergebnis ein Beleg für die herausragende Bedeutung, die der Nationalpark für den Erhalt der Biodiversität in Baden-Württemberg einnimmt: „Die Bedeutung wird noch weiterwachsen“, sagt Untersteller, „die Entwicklung des Nationalparks steht ja erst am Anfang. Aber auch die jetzt schon bekannten Besonderheiten in der Tier-, Pilz- und Pflanzenwelt des Nationalparks belegen die Vielfalt der Flora und Fauna im Schutzgebiet. Sie ist in höchstem Grade schützenswert.“ 

Die wertvollsten Arten unter den Insekten und Spinnentieren sind vor allem sogenannte Reliktvorkommen von überwiegend im hohen Norden und den Hochgebirgen verbreiteten Arten, wie derBlockhalden-Wolfspinne, des Pechbraunen Bartläufers oder des Boschs Berg Dammläufers, den es weltweit nur in Baden-Württemberg gibt.

Unter den Pilzen fanden sich auch Arten, die sich nur unter urwaldähnlichen Bedingungen entwickeln, zum Beispiel die Zitronengelbe Tramete. „Nach einem ersten Fund am Wilden See noch im Gründungsjahr des Nationalparks haben wir mittlerweile ein weiteres Vorkommen dieser spannenden Art im Gebiet entdeckt“, berichtet Dr. Flavius Popa, Mykologe im Nationalpark. Der kleine Pilz kommt nur unter Bedingungen vor, die durch große Mengen an Totholz gekennzeichnet sind, wie sie typischerweise dann entstehen, wenn sich die Natur frei entwickeln darf.

„Die grundlegende Erfassung der Arten im Schutzgebiet ist wichtig, um langfristig zu dokumentieren und zu verstehen, wie sich die Biodiversität bei einer natürlichen Waldentwicklung und im Zuge des zunehmend spürbaren Klimawandels verändert“, erklärt Dr. Marc Förschler, der den Fachbereich Ökologisches Monitoring, Forschung und Artenschutz im Nationalpark Schwarzwald leitet.

„Es gibt in Deutschland nur sehr wenige so umfassende Langzeitstudien zur Biodiversitäts-Entwicklung, wie wir sie hier im Nationalpark durchführen können“, ergänzt Dr. Stefanie Gärtner, zuständig für die Erfassung der Flora im Prozessschutz Gebiet. Seit Gründung des Schutzgebiets 2014 ist die Sammlung dieser Daten eine der Kernaufgaben des Nationalparkteams. 

 

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