Foto: 16th of March, 2018 (Poppy), 2020 © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
Hier ein Werk von Petrit Halilay und Alvaro Urbano. Die immer wieder überraschende Gegenüberstellung von zeitgenössischen und historischen Objekten ist eines der faszinierenden Elemente dieser Sonderausstellung.
Hier ein Werk von Petrit Halilay und Alvaro Urbano. Die immer wieder überraschende Gegenüberstellung von zeitgenössischen und historischen Objekten ist eines der faszinierenden Elemente dieser Sonderausstellung.
Foto: 16th of March, 2018 (Poppy), 2020 © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck

Bloom up-Ausstellung ab 13.06: Baden-Baden feiert die Sprache der Blumen

12. Juni 2026
Mit „Bloom up! – Die Sprache der Blumen“ eröffnen die Staatliche Kunsthalle Baden‑Baden und das Badische Landesmuseum ihre erste große gemeinsame Ausstellung. Ab dem 13. Juni zeigt das Duo, wie vielseitig, politisch und überraschend das Motiv der Blume sein kann – von Duftkunst bis Fotografie, von Kulturgeschichte bis Gegenwart. Blumen begleiten Menschen seit Jahrtausenden – als Symbol, Schmuck, Botschaft.

Große Spannbreite

Genau diese Spannbreite nutzt die Ausstellung für einen ungewöhnlichen Dialog: historische Objekte aus den Sammlungen des Landesmuseums treffen auf zeitgenössische Positionen von Künstlerinnen und Künstlern wie Willem de Rooij, Ketuta Alexi‑Meskhishvili, Sissel Tolaas, Petrit Halilaj und Álvaro Urbano. Die Schau verzichtet bewusst auf eine chronologische Ordnung. Stattdessen entstehen überraschende Gegenüberstellungen, die Tradition und Gegenwart miteinander ins Gespräch bringen.

Impressionen aus der-Ausstellung: Willem de Rooji, Bouquetes. © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck

Liebe, Nähe – und ihre Schattenseiten

Der Einstieg widmet sich der Blume als Symbol für Beziehungen. Reich bemalte Bauernschränke aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen neben großformatigen Blütenobjekten von Halilaj und Urbano, die intime Momente ihrer Partnerschaft in den Ausstellungsraum übertragen. Andere Arbeiten brechen romantische Vorstellungen bewusst auf: Die Künstlerin Belia Zanna Geetha Brückner thematisiert mit ihren Sträußen Entschuldigungsrituale in toxischen Beziehungen – ein deutlicher Kontrast zu den idealisierten Blumenbildern früherer Epochen.

Wenn Kunst riecht, irritiert und berührt

Besonders sinnlich wird es bei Sissel Tolaas, die mit Duft arbeitet. Ihre Geruchskompositionen beziehen sich auf spätmittelalterliche Glasfenster aus Freiburg und Konstanz – inklusive Materialalterung, Zeitspuren und Geschichte. Willem de Rooij wiederum untersucht in seinen weißen Blumenarrangements und Fotoarbeiten das Thema „Whiteness“ und hinterfragt gesellschaftliche Normen und Machtstrukturen. Alexi‑Meskhishvili richtet ihren Blick auf Details einer spätmittelalterlichen Pietà und verknüpft sie mit der Tulpe als Symbol des Widerstands in Georgien.

Sir Edward Burne-Jones und William Morris, Wirkteppich, Der Pilger im Garten, 1901, © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck

Ein Erlebnis für alle Sinne – und alle Generationen

Neben den Kunstwerken bietet „Bloom up!“ ein breites Begleitprogramm: Führungen, Gespräche, Werkstätten, eine „Stille Stunde“ für reizarmes Erleben sowie spezielle Angebote für Familien und Babys. Eine App erweitert die Ausstellung digital – mit Atelier‑Einblicken, Gruppenmodus, Spielen und sogar einem Dating‑Modus.

Alle Infos: www.bloomup-ausstellung.de

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