Große Spannbreite
Genau diese Spannbreite nutzt die Ausstellung für einen ungewöhnlichen Dialog: historische Objekte aus den Sammlungen des Landesmuseums treffen auf zeitgenössische Positionen von Künstlerinnen und Künstlern wie Willem de Rooij, Ketuta Alexi‑Meskhishvili, Sissel Tolaas, Petrit Halilaj und Álvaro Urbano. Die Schau verzichtet bewusst auf eine chronologische Ordnung. Stattdessen entstehen überraschende Gegenüberstellungen, die Tradition und Gegenwart miteinander ins Gespräch bringen.

Liebe, Nähe – und ihre Schattenseiten
Der Einstieg widmet sich der Blume als Symbol für Beziehungen. Reich bemalte Bauernschränke aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen neben großformatigen Blütenobjekten von Halilaj und Urbano, die intime Momente ihrer Partnerschaft in den Ausstellungsraum übertragen. Andere Arbeiten brechen romantische Vorstellungen bewusst auf: Die Künstlerin Belia Zanna Geetha Brückner thematisiert mit ihren Sträußen Entschuldigungsrituale in toxischen Beziehungen – ein deutlicher Kontrast zu den idealisierten Blumenbildern früherer Epochen.
Wenn Kunst riecht, irritiert und berührt
Besonders sinnlich wird es bei Sissel Tolaas, die mit Duft arbeitet. Ihre Geruchskompositionen beziehen sich auf spätmittelalterliche Glasfenster aus Freiburg und Konstanz – inklusive Materialalterung, Zeitspuren und Geschichte. Willem de Rooij wiederum untersucht in seinen weißen Blumenarrangements und Fotoarbeiten das Thema „Whiteness“ und hinterfragt gesellschaftliche Normen und Machtstrukturen. Alexi‑Meskhishvili richtet ihren Blick auf Details einer spätmittelalterlichen Pietà und verknüpft sie mit der Tulpe als Symbol des Widerstands in Georgien.

Ein Erlebnis für alle Sinne – und alle Generationen
Neben den Kunstwerken bietet „Bloom up!“ ein breites Begleitprogramm: Führungen, Gespräche, Werkstätten, eine „Stille Stunde“ für reizarmes Erleben sowie spezielle Angebote für Familien und Babys. Eine App erweitert die Ausstellung digital – mit Atelier‑Einblicken, Gruppenmodus, Spielen und sogar einem Dating‑Modus.
Alle Infos: www.bloomup-ausstellung.de






