Foto: Alternativen Wolf- und Bärenpark
Bereits seit 2010 lebt die Bärin Yurka (Bild) im Schwarzwald. Sie ist die Mutter von Gaia, die jetzt ebenfalls aus Italien angekommen ist und im Wolfs- und Bärenpark ihre neue Heimat hat.
Bereits seit 2010 lebt die Bärin Yurka (Bild) im Schwarzwald. Sie ist die Mutter von Gaia, die jetzt ebenfalls aus Italien angekommen ist und im Wolfs- und Bärenpark ihre neue Heimat hat.
Foto: Alternativen Wolf- und Bärenpark

Bärin, die Jogger tötete, jetzt im Schwarzwald-Asyl: Hochsicherheitstrakt kostete 1 Million

21. Juli 2025
Die Bärin Gaia, die im Jahr 2023 in der italienischen Region Trentino einen 26-jährigen Jogger an einem Forstweg angegriffen und getötet hat, ist jetzt nach einem spektakulären Hochsicherheitstransport im Schwarzwald angekommen. Dort hat der gefährliche Problembär im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapach eine neue Heimat gefunden. Für die Problem-Bärin wurde im Schwarzwald für eine Million ein Hochsicherheitstrakt errichtet. Zunächst wird sie in einer Eingewöhnungsphase allerdings in einem kleineren, gesicherten Gehege seine neue Heimat leben

Vom Todesurteil ins Schwarzwald-Asyl

Eigentlich sollte Gaia nicht mehr leben. Nach dem tödlichen Angriff auf den Jogger hatten die italienischen Behörden die Erschießung der Bärin angeordnet. Nach einer Welle von Protesten und juristischen Einsprüchen von Tierschützern stoppte ein Gericht das Todesurteil. Das Tier wurde 2023 eingefangen und lebte seither in einer Schutzstation.

 Unklar blieb indes , wie es mit dem Tier in Italien weitergehen sollte. Schließlich übernahm der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald die Verantwortung und bot an, Gaia aufzunehmen. Die Nachricht sorgte bundesweit für Schlagzeilen, brachte es sogar bis in die Tagesschau. Gaia ist übrigens die Schwester des bekannten „Problembären“ Bruno, der 2006 in Bayern erschossen wurde. Ihre Mutter Jurka lebt bereits seit 2010 im Schwarzwälder Bärenpark.

„Fort Knox“ für einen Problembären

Für die gefährliche Bärin wurde ein hochgesichertes Gehege gebaut – ein Projekt, das länger dauerte als geplant. Der Park bezeichnet die Anlage als eine Art „Fort Knox“ mit massivem Beton, Untergrabschutz, Elektrozaun, Kameras und weiteren Sicherheitsmaßnahmen. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten war der Umzug möglich.

Geheime Rettungsaktion

In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli wurde Gaia, auch unter der Bezeichnung JJ4 bekannt, 26 Stunden lang narkotisiert und sicher in den Schwarzwald transportiert. Der Transport erforderte höchste Geheimhaltung, da der Fall europaweit polarisiert und Störungen von Aktivisten befürchtet wurden. Veterinärmediziner begleiteten die Aktion, um den Gesundheitszustand der Bärin jederzeit zu überwachen. Nach dem Aufwachen erhielt Gaia zunächst Früchte und wurde in ein gesichertes Übergangsgehege gebracht.

Ankunft unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Ankunft von Gaia fand laut SWR unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Journalisten durften das Tier weder filmen noch fotografieren. Verantwortliche des Parks betonten, dass die Bärin bereits Scheinangriffe gezeigt habe und so zusätzliche Aufregung vermieden werden sollte. Das eigens errichtete Hochsicherheitsgehege wird sie erst beziehen, wenn eine bessere Kontrolle möglich ist – es ist so groß, dass sich die Bärin darin über längere Zeit unbemerkt verstecken könnte. Bis dahin ist sie in einem kleineren, gesicherten, übersichtlicherem Gehege untergebracht. Das Hochsicherheitsgehege soll übrigens später auch für andere Tiere als Auffangstation dienen.

Spendenaufruf für Bärin gestartet

Der Bau der Sicherheitsanlage und der aufwendige Transport haben erhebliche Kosten verursacht. Daher hat der Bärenpark eine Spendenaktion gestartet. Unter dem Motto „Ihre Hilfe zählt“ können Tierfreunde eine Patenschaft für JJ4 übernehmen oder direkt spenden, um der Bärin, wie es in dem Aufruf heißt „ein Leben in Sicherheit und Würde zu ermöglichen.“

Engagement für Tiere

Der Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald wird von der gemeinnützigen Stiftung für Bären betrieben. Mit großem Engagement setzen sich die Stiftung und deren Mitglieder unter anderem für die Befreiung von Bären, Wölfen und Luchsen aus untragbaren Verhältnissen ein. Darüber hinaus macht sich die Stiftung für ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen stark, hat sich den Tier-, Natur- und Artenschutz auf die Fahnen geschrieben und berät zum Thema verhaltensgerechte Tierhaltungen. Neben dem Park im Schwarzwald betreibt die Stiftung auch einen in Worbis in Thüringen.

Park beliebtes Ausflugsziel

Längst ist die Parkanlage im Schwarzwald zu einem sehr beliebten Ausflugsziel geworden. Seit der Gründung im Jahr 2010 waren schon Hunderttausende hier. Die Besucher erwartet neben dem Entdecken von Bär, Wolf und Luchs ein Naturspielplatz, ein spannender Forscherpfad, Führungen und Events sowie frisch zubereitete Speisen und Erfrischungen an.

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