Anselm Kiefer: Künstler von Weltrang mit Schwarzwälder Wurzeln

Große Kunst in großen RäumenGroße Kunst in großen RäumenFoto: Kunsthalle Mannheim; Rainer Diehl

Anselm Kiefer: Künstler von Weltrang mit Schwarzwälder Wurzeln

Mittwoch, 18 August 2021

Er ist weltberühmt. Seine Werke waren und sind in den bedeutendsten Museen und Ausstellungen der Welt zu sehen. Und er ist ein Schwarzwälder! Hier hat er seine Wurzeln. Hier wurde er groß, hier machte er seine erste Ausstellung. Die Rede ist von Anselm Kiefer, einem der bedeutendsten Gegenwartskünstler Deutschlands.

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Sie wollen den Künstler und sein Werk kennenlernen? Kein Problem! Höchstens ein bisschen ein zeitliches. Die große Sonderausstellung, mit der die Kunsthalle Mannheim derzeit den berühmten Künstler würdigt, geht nämlich am Sonntag, 22. August, zu Ende. Über vier Räume und zwei Etagen hinweg sind hier Skulpturen und Gemälde aus 30 Jahren seines Schaffens zusammengetragen worden. Phänomenale, überwältigende Arbeiten. Wer sich die Meisterwerke des Künstlers aus drei Schaffensphasen noch ansehen möchte, muss sich also sputen. Aber das bisschen Stress lohnt sich. Versprochen!

Einer der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstler: Anselm Kiefer. Foto: Atelier Anselm Kiefer

Die Begegnung mit dem Künstler macht einem fast atemlos. Neuneinhalb Meter hoch und fast drei Tonnen schwer, dominiert das Werk „Sefiroth“ das Atrium der Kunsthalle Mannheim. Eine zerklüftete Landschaft – bestehend aus dick aufgetragenen Farbschichten,

Erde, Blei und Steinen, die an Metalldrähten über der Fläche schweben – bildet einen dunklen Kontrast zu dem sonst lichtdurchfluteten, weißen Raum.

Die Ausstellung verbindet dabei drei entscheidende Werkgruppen miteinander: Von frühen Arbeiten wie „Die Große Fracht“ (1985-1995) mit appliziertem Bleiflugzeug über die 14 Meter große Installation „Palmsonntag“ (2007), die zum ersten Mal in Deutschland gezeigt wird, bis zu der raumgreifenden Skulptur „Der verlorene Buchstabe“ (2011-2017) werden monumentale Bilder und Skulpturen des Künstlers präsentiert.

Durch die großen, offenen Räume des 2018 eröffneten Neubaus der Mannheimer Kunsthalle können die zum Teil überdimensionalen Arbeiten Kiefers ihre volle Wirkungskraft entfalten. Nicht nur durch ihre reine Größe, auch durch ihre haptische Materialität – die Lieblingswerkstoffe des Künstlers sind Asche und Blei – sind die Werke von Anselm Kiefer überwältigend. Seine in aufwändigen Arbeitsprozessen entstehenden Skulpturen und Gemälde setzt Anselm Kiefer zusätzlich den Elementen, wie Wind, Wasser und Feuer oder sogar der Elektrolyse aus, sodass die Patina der Natur auf den Werkoberflächen sichtbar wird.

Anselm Kiefer erlangte große Bekanntheit, indem er die Tabus der deutschen Nachkriegszeit offensiv anging. Seit seinem Umzug nach Frankreich 1993, wo er bis heute lebt und arbeitet, widmet er sich verstärkt der Verbindung von jüdischer und christlicher Religion, den Mythen und mystischen Lehren der Weltkulturen sowie den Medien der Erinnerungskultur. Seine Arbeiten sind zeitgenössische Historienbilder, die Geschichte kritisch reflektieren und in ihrer emotionalen Wirkung zugleich Geschichten erzählen

Kiefer ist ein Künstler von Weltruf. Seine Werke wurden und werden auf den bedeutendsten internationalen Kunstausstellungen und in vielen Museen Europas, Japans und der Vereinigten Staaten von Amerika ausgestellt. Kiefer erhielt für seine Arbeiten als Maler, Bildhauer, und Installationskünstler zahlreiche international bedeutenden Preisen und Ehrungen.

Geboren wurde er am 8. März 1945 kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges im Luftschutzkeller des Donaueschinger Krankenhauses. 1951 zog seine Familie in den heutigen Rastatter Ortsteil Ottersdorf. In Rastatt besuchte er das Gymnasium und studierte nach dem Abitur in Freiburg zunächst Jura und Romanistik. Schon ein Jahr später wechselte er an die Freiburger Hochschule für Bildende Künste und später nach Karlsruhe, um dann von 1970 bis 1972 an die Düsseldorfer Kunstakademie zu gehen, wo er von Josef Beuys unterrichtet wurde. Im Alter von 24 Jahre hatte er in Karlsruhe seine erste Einzelausstellung, in der er sich in einer Bilderserie mit der deutschen Vergangenheit, vor allem der Nazizeit auseinandersetzte. Viele weitere Ausstellungen sollten folgen.

Alle Infos über die Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim finden Sie unter www.kuma.art

 

 

 

 

 

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