Foto: Hozro, CC0, via Wikimedia Commons
Bis zu zweieinhalb Jahren kann die Sanierung des Tiefen Sees beim Welterbekloster Maulbronn dauern.
Bis zu zweieinhalb Jahren kann die Sanierung des Tiefen Sees beim Welterbekloster Maulbronn dauern.
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08.11.: Startschuss für 6-Millionen-Sanierung des Tiefen Sees Maulbronn 

3. November 2025
Jetzt geht’s los: Am Freitag, 8. November, beginnt in Maulbronn eines der größten kommunalen Projekte der nächsten Jahre – die umfassende Sanierung des Tiefen Sees. Mit dem langsamen Absenken des Wasserspiegels und der Umsiedlung der Fische in den benachbarten Allkastensee starten die rund sechs Millionen Euro teuren Arbeiten, die den beliebten Badesee fit für die Zukunft machen sollen.

Jahrhundertealter See mit Klosterblick

Der Tiefe See – direkt am UNESCO-Welterbe Kloster Maulbronn gelegen und vermutlich schon im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen angelegt – ist seit 1898 offizieller Badesee und beliebtes Ziel für Erholungssuchende aus der ganzen Region. Doch die Freude am Sommerbaden wurde in den vergangenen Jahren getrübt: Die Wasserqualität verschlechterte sich zunehmend, vor allem durch starke Verschlammung. Eine bis zu drei Meter dicke Sedimentschicht hat sich am Grund abgelagert – und die soll nun beseitigt werden.

„Wir wollen den See als Badesee und Naherholungsgebiet erhalten“, heißt es aus dem Rathaus. Im vergangenen jahr war der See durch zwei tragischen Badeunfälle überregional in die Schlagzeilen gekommen, bei denen zwei Schwimmer ums Leben kamen. 

Aufwendige Arbeiten unter Denkmalschutz

Die geplante Entschlammung ist technisch und denkmalpflegerisch anspruchsvoll. Da die Sedimente teils historische Ablagerungen enthalten, wurde die maximale Entnahmetiefe auf drei Meter festgelegt – tiefer darf nicht gegraben werden, um die mittelalterlichen Schichten zu bewahren. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurde daher ein Konzept entwickelt, das ökologische, wassertechnische und kulturhistorische Aspekte vereint.

Neben der eigentlichen Seesanierung ist eine ganze Reihe weiterer Arbeiten vorgesehen. Auch das in die Jahre gekommene Kassenhäuschen und der Kiosk werden modernisiert. Der Uferbereich soll naturnah gestaltet und renaturiert werden, um künftig nicht nur Badegästen, sondern auch der heimischen Tierwelt bessere Bedingungen zu bieten.

Großprojekt mit Rückenwind

Finanziell kann die Stadt auf kräftige Unterstützung hoffen: Rund 80 Prozent der Kosten werden durch Fördermittel gedeckt. Den Rest trägt die Stadt Maulbronn selbst. Der Gemeinderat stimmte dem Gesamtpaket einstimmig zu – ein deutliches Signal, wie wichtig das Projekt für die Kommune ist.

Während der Sanierung bleibt der See vollständig gesperrt. Badebetrieb, Kiosk und Liegewiese müssen pausieren, bis alle Arbeiten abgeschlossen sind. Die Stadt rechnet mit einer Dauer von etwa zwei bis zweieinhalb Jahren. Danach soll der Tiefe See in neuem Glanz erstrahlen – als sauberes, sicheres und ökologisch stabiles Gewässer, das an seine lange Geschichte anknüpft und zugleich fit für die kommenden Jahrzehnte ist.

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