Foto: Von Mark Kent – Lunch_1083, CC BY-SA 2.0
Symbolbild
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Foto: Von Mark Kent – Lunch_1083, CC BY-SA 2.0

Wolf „Grindi“ bekommt vor Abschuss noch eine letzte Chance

9. August 2026
Der verhaltensauffällige Wolf von der Hornisgrinde beschäftigt weiterhin die Menschen in der Region und die zuständigen Behörden. „Unser Rangerteam ist nach wie vor verstärkt in diesem Bereich unterwegs – und wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder von Sichtungen gehört, auch außerhalb der Paarungszeit“, berichtet Urs Reif, Abteilungsleiter Flächenmanagement im Nationalpark Schwarzwald.
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Der verhaltensauffällige Wolf „Grindi“ auf der Hornisgrinde beschäftigt weiterhin die Menschen in der Region und die zuständigen Behörden. „Unser Rangerteam ist nach wie vor verstärkt in diesem Bereich unterwegs – und wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder von Sichtungen gehört, auch außerhalb der Paarungszeit“, berichtet Urs Reif, Abteilungsleiter Flächenmanagement im Nationalpark Schwarzwald.

Emotionen in der Region

Seit mehr als drei Jahren nähert sich der Wolfsrüde Spaziergängern – besonders jenen mit Hunden – zum Teil deutlich an und folgt ihnen oft in einem Abstand von unter 30 Metern. Mehrere Versuche, das Tier zu besendern oder zu vergrämen, blieben erfolglos. Anfang des Jahres erteilte das Umweltministerium eine Abschussgenehmigung, was in der Nationalparkregion zu emotionalen Reaktionen führte: Lokale Gruppen organisierten Mahnwachen und nächtliche Waldgänge, um den Wolf zu schützen.

Viele Wolfsfreunde nennen ihn inzwischen liebevoll „Grindi“, Zwei Gerichtsinstanzen bestätigten die Genehmigung, bevor das Ministerium sie Mitte März mit Ende der Paarungszeit aussetzte.

Experten warnen vor untypischem Verhalten

Nationalparkleiter Berthold Reichle betont jedoch, dass die Situation damit nicht gelöst sei. „Wir haben das größte Interesse daran, jedes wild lebende Tier zu schützen. Der Wolf spielt eine Schlüsselrolle im Ökosystem. Die Grenze ist aber erreicht, wenn potenziell gefährliche Situationen entstehen.“

Zwar ist „Grindi“ bislang nie übergriffig geworden, doch Experten aus Deutschland und Europa bewerten sein Verhalten übereinstimmend als nicht normal und schwer vorhersehbar. Entscheidend sei auch das Verhalten der Menschen: „Ein Wolf ist ein Wildtier – und am meisten nützt es ihm, wenn man ihn wild sein lässt“, so Reichle. Jegliche Annäherung oder gar Fütterung sei kontraproduktiv.

Vergrämung als letzte Option

Mit dem geänderten Jagdrecht liegt die Zuständigkeit nun beim Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat. Gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt und dem Nationalpark wird geprüft, ob eine erneute Vergrämung doch noch Erfolg haben kann. Voraussetzung: Der Wolf darf keine widersprüchlichen Erfahrungen mehr machen. „Jeder Mensch, der sich ihm freundlich nähert, zerstört diese Bemühungen“, sagt Reif. Im Prinzip s sollte sich der Wolf vor den Menschen fürchten und sich so in den tiefen Schwarzwald zurückziehen,

Aufklärung und Mithilfe der Bevölkerung

Der Nationalpark hat seine Aufklärungsarbeit intensiviert – über Social Media, Hinweisschilder und ein ausführliches YouTube‑Video. Zudem ist er auf Sichtungsmeldungen aus der Bevölkerung angewiesen, um die Lage realistisch einschätzen und Vergrämungsversuche planen zu können.

Letztes Mittel wohl der Abschuss

Sollte die Vergrämung gelingen, könnte der Wolf sich wieder in die Tiefen des Schwarzwaldes zurückziehen. Wenn es jedoch nicht gelingt, den Wolf zu vergrämen und er weiter den Menschen nahekommt, werden ihn die Behörden zum Abschuss freigeben. Anders sieht die Aussagen wohl kaum zu interpretieren.

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