Ein Kunstwerk im Dialog mit dem Raum
Sechs Wochen lang, seit dem 13. April, hat Elke Maier im Freiburger Münster gearbeitet und ihre Installation im offenen Prozess entstehen lassen. Die Besucherinnen und Besucher konnten dabei zusehen, wie sich hunderte Fäden und tausende Meter Garn Schritt für Schritt in das gotische Kirchenschiff einschrieben. Das Material ist schlicht, fast unscheinbar – und gerade deshalb so wirkungsvoll. Die Erzbischof Hermann Stiftung der Erzdiözese Freiburg fördert das Projekt.
Licht als Mitgestalter
Wer das Münster betritt, nimmt die Fäden zunächst kaum wahr. Erst das natürliche Licht macht die Installation sichtbar. Wenn die Sonne durch die Fenster fällt, beginnen die Fäden zu leuchten, reflektieren das Licht und zeichnen feine Linien in den Raum. Wandert die Sonne weiter, verschwinden einzelne Partien wieder im Halbdunkel. Ein Schritt zur Seite, ein veränderter Blickwinkel – und plötzlich erscheint ein neues Muster. Ein ständiges Wechselspiel zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, zwischen Präsenz und Verschwinden. Prozesshaft, flüchtig, oft nur für Augenblicke.

Schwerelos im Raum
Die Fäden scheinen durch das Kirchenschiff zu schweben: von unten nach oben, von links nach rechts, von hinten nach vorne. Mal wirken sie wie Sonnenstrahlen, die den Raum durchfluten, dann wieder lösen sie sich im Dämmerlicht auf. Die Dimensionen sind beeindruckend: Das Münster misst im Chor 27,35 Meter Höhe, das Kirchenschiff erstreckt sich über 125,83 Meter Länge. Entsprechend monumental ist die Installation, die sich wie ein feines Netz durch den Raum spannt.
Einladung zum Erleben
Die Ausstellung ist bis zum 28. September während der regulären Öffnungszeiten des Münsters zu sehen, der Eintritt ist frei. Besucherinnen und Besucher kann man nur ermuntern, sich die Installation zu unterschiedlichen Tageszeiten anzuschauen, sieht man sie doch niemals gleich.
Die Künstlerin
Elke Maier, 1965 in Niederbayern geboren und heute in Kärnten lebend, ist international bekannt für ihre Interventionen aus weißem Garn in sakralen Räumen. Arbeiten von ihr waren u.a. bereits im Stephansdom in Wien, dim Bamberger Dom und in der Kollegienkirche Salzburg zu sehen. Die Freiburger Installation ist indes ihr bisher größtes Projekt.






