Foto: oxie99 – stock.adobe.com
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G’schichtle: Vom Titisee und seiner Stadt auf dem Grunde des Sees

2. Januar 2026
Der Titisee ist ganz sicher der berühmteste See des Schwarzwalds – und mit Abstand auch der meistbesuchte. Hunderttausende Menschen kommen Jahr für Jahr hierher. Doch nur die wenigsten wissen, dass sich auf seinem Grund der Sage nach die Überreste einer versunkenen Stadt befinden.

Genau zuhören – dann hört ihr die Glocken

Kommen Sie an einem klaren, windstillen Tag, mieten Sie ein Boot und fahren Sie hinaus auf den See. Und dann schauen Sie ins Wasser. Mit ein klein wenig Glück erkennen Sie dort unten die Spitze eines Kirchturms – ein Überrest des einstigen Klosters der Stadt. Wer an einem ganz stillen Sonntag unterwegs ist, hört mit noch mehr Glück sogar den dumpfen Klang der Glocken aus der Tiefe.

Da, wo sich heute dessen Wasser ausbreitet, stand nämlich eins eine mächtige Stadt mit dem bereits erwähnten Kloster. Zu den Ärmsten im Lande gehörten die Ur-Titiseer nun wirklich nicht. Sie waren reich, so reich sogar, dass es ihnen ganz offensichtlich zu wohl wurde.

Der Titisee als Strafe

So sollen sie die duftenden Brotlaibe ausgehöhlt und deren knusprige Kruste als Schuhe getragen haben. Das Innere des Brotes wurde sogar an das Vieh verfüttert. Irgendwann war der Frevel zu groß. Ein mächtiges Wasser überflutete Stadt und Kloster – der heutige Titisee entstand, und alles versank auf seinem Grund.

Jetzt heißt es warten auf den lieben Gott

Beide – Stadt und Kloster – sollten, so ist überliefert, wieder aus dem See aufsteigen, wenn das nahe Kloster in Friedenweiler untergegangen sein soll. Ist es inzwischen auch. Und zwar seit mehr als 200 Jahren, doch weder Kloster noch Stadt sind bis heute wieder aufgetaucht. Wir gehen einmal davon aus, dass der liebe Gott bislang einfach noch nicht dazugekommen ist, das Wiederauftauchen zu veranlassen …

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