Foto: Hoff1980, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Das südliche Portal der beiden Röhren des Katzenbergtunnels
Das südliche Portal der beiden Röhren des Katzenbergtunnels
Foto: Hoff1980, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Schwarzwälder Rekorde: Katzenberg-Eisenbahntunnel Deutschlands Nr. 1

14. Juni 2026
Ja, der Schwarzwald ist – wie ihr in unserer Serie „Schwarzwälder Rekorde“ sicher schon bemerkt habt – für eine ganze Reihe von Rekorden gut. Heute haben wir wieder einen, den man so vielleicht eher nicht bei uns erwartet hätte. Wusstet ihr, dass sich in der Ferienregion Schwarzwald der derzeit längste Zweiröhren‑Eisenbahntunnel Deutschlands befindet? Katzenbergtunnel heißt er, liegt im Markgräflerland und bringt es auf stolze 9.385 Meter Länge.

Ein Tunnel, der den Süden entlastet

Der Katzenbergtunnel gehört zur Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel und wurde gebaut, um die vielbefahrene Rheintalbahn zu entlasten. Vor allem die Gemeinden entlang der alten Strecke hatten jahrelang unter dem Güterverkehr und dem damit verbundenen Lärm zu leiden. Die beiden parallelen, eingleisigen Röhren verbinden Bad Bellingen und Efringen‑Kirchen – und das mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. Damit ist der Tunnel nicht nur ein Rekordhalter, sondern auch ein wichtiger Baustein für einen ruhigeren und leistungsfähigeren Bahnverkehr im Süden.

Warum zwei Röhren? Sicherheit zuerst

Spannend ist vor allem die Bauweise: Statt wie früher üblich beide Gleise in eine Röhre zu packen, entschied man sich hier erstmals in Deutschland – und sogar europaweit – für das Zwei‑Röhren‑Prinzip. Jede Röhre führt ein eigenes Gleis, verbunden durch Querstollen im Abstand von 400 bis 500 Metern. Das erhöht die Sicherheit enorm und setzte Maßstäbe für spätere Tunnelprojekte. Ein Rekord also, der nicht nur durch seine Länge beeindruckt, sondern auch durch seine technische Vorreiterrolle.

Ein Blick ins Innere des Katzenbergtunnels mit einem 2021 neu eingebauten Sicherungssystem. Mit dieser Technik steuert und überwacht die DB ihre Betriebsabläufe zunehmend automatisch. Bild: Deutsche Bahn

Beeindruckende Zugzahlen – und noch Luft nach oben

Richtig spannend wird es, wenn man sich anschaut, was täglich durch den Katzenbergtunnel rollt. Rund 160 Güterzüge nutzen die beiden Röhren jeden Tag – damit übernimmt der Tunnel einen Großteil des gesamten Güterverkehrs auf dieser Achse. Dazu kommen 57 bis 60 Fernverkehrszüge, darunter ICE und EuroCity. Der Nahverkehr bleibt weiterhin auf der historischen Rheintalbahn, um die Gemeinden direkt anzubinden. Und die Zukunft? Mit dem vollständigen viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn rechnet die Bahn mit Spitzenwerten von bis zu 60 Fernzügen und beeindruckenden 340 Güterzügen pro Tag.

610 Millionen-Projekt für die Zukunft

Rund 610 Millionen Euro kosteten Tunnel und Anbindung ans bestehende Netz. Am 4. Dezember 2012 gab das Eisenbahn‑Bundesamt grünes Licht, am selben Tag wurde feierlich eröffnet. Nur wenige Tage später, am 9. Dezember, rollten die ersten Züge im Regelbetrieb durch die beiden Röhren. Seitdem sorgt der Katzenbergtunnel dafür, dass der Bahnverkehr im Markgräflerland schneller, leiser und zuverlässiger unterwegs ist.

Infobox: Der Katzenbergtunnel auf einen Blick

Lage: Zwischen Bad Bellingen und Efringen‑Kirchen (Markgräflerland)

Länge: 9.385 Meter – längster Zweiröhren‑Eisenbahntunnel Deutschlands

Bauweise: Zwei eingleisige Röhren, Querstollen alle 400–500 Meter Geschwindigkeit: Befahrbar mit bis zu 250 km/h

Kosten: Rund 610 Millionen Euro Eröffnung: 4. Dezember 2012 (Regelbetrieb ab 9. Dezember 2012)

Zugzahlen heute: ca. 160 Güterzüge/Tag – ca. 57–60 Fernverkehrszüge/Tag

Nahverkehr: fährt weiterhin oberirdisch über die alte Rheintalbahn

Zukunftsprognose: bis zu 60 Fernzüge/Tag – bis zu 340 Güterzüge/Tag

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