Foto: Brian stock.adobe.com
Symbolbild
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Premiere im Hochschwarzwald: Erstmals ein Goldschakal gesichtet

9. Mai 2026
Er ist größer als ein Fuchs, aber deutlich kleiner als ein Wolf und für viele Menschen noch immer ein echtes Rätsel der Natur: der Goldschakal. Jetzt ist das faszinierende Wildtier auch im Hochschwarzwald angekommen. Erstmals wurde dort ein Goldschakal im Forstbezirk Hochschwarzwald gesichtet. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die Experten schon seit Jahren beobachten: Der Goldschakal breitet sich immer weiter im Schwarzwald aus.

Begegnung während der Jagd

Beobachtet wurde das Tier laut Mitteilung des Forstbezirks Hochschwarzwald von einem Förster während einer Jagd auf Rehe. In etwa 80 Metern Entfernung lief der Goldschakal laut rufend an seinem Hochsitz vorbei. Zuvor hatte ein Reh einen Warnruf ausgestoßen. Anschließend machte sich das Tier rund zehn Minuten lang bemerkbar. Eine seltene Begegnung – aber inzwischen keine Sensation mehr.

Goldschakal breitet sich immer weiter aus

Wie viele Goldschakale aktuell hier leben, lässt sich nicht genau sagen. Zu wenig ist über die Lebensweise der neuen Art hierzulande bekannt. Laut Monitoring der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) – basierend auf Fotos, Meldungen und genetischen Analysen – breitet sich der Goldschakal allerdings weiter in Baden-Württemberg aus. Einzelne Tiere wurden im Schwarzwald bereits in den Landkreisen Emmendingen, Enzkreis, Karlsruhe, Ortenau, Rastatt, Rottweil und Waldshut gesichtet. Dazu in zehn weiteren Landkreisen des Landes.

Immer häufiger auch im Schwarzwald unterwegs: Goldschakale. Foto: FVA-BW/Wildtiermonitoring

Schwarzwald-Baar-Kreis gilt als Hochburg

Die eigentliche „Goldschakal-Hochburg“ des Landes liegt allerdings im Schwarzwald-Baar-Kreis. Dort wurde in den vergangenen Jahren mehrfach Nachwuchs nachgewiesen – zuletzt vier Welpen im Sommer 2025. Bereits zum fünften Mal in Folge gab es dort Jungtiere. Bundesweit war der Schwarzwald-Baar-Kreis 2021/22 sogar die erste Region Deutschlands mit nachgewiesenem Goldschakal-Nachwuchs. Auch 2026 könnte es hier bald wieder soweit sein.

Keine Gefahr für Menschen

Für Menschen stellt der Goldschakal übrigens laut NABU keine Gefahr dar. Das scheue Wildtier meidet Begegnungen und ist überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv. Seine Nahrung besteht vor allem aus kleinen Säugetieren, Vögeln, Insekten und Aas. Schafrisse seien laut Experten eher selten.

Der Goldschakal steht in Deutschland unter Schutz und darf weder gejagt noch getötet werden. Die größte Gefahr für die Tiere geht ohnehin nicht vom Menschen direkt aus, sondern von der zunehmenden Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen und Bahntrassen. Trotzdem zeigt die aktuelle Entwicklung deutlich: Der Goldschakal ist auf dem besten Weg, auch im Schwarzwald heimisch zu werden.

Wer mehr über den Goldschakal erfahren möchte, wird auf den Seiten des NABU Baden-Württembergs bestens bedient. Dort gibt es auch viele weitere hochinteressante Berichte zu den verschiedensten Themen. https://baden-wuerttemberg.nabu.de/

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