Foto: Daniel Müller, Nationalpark Schwarzwald
Landschaftspfleger auf vier Beinen: Die Konik-Pferde sind auf den Grinden im Nationalpark Schwarzwald in die Weidesaison gestartet
Landschaftspfleger auf vier Beinen: Die Konik-Pferde sind auf den Grinden im Nationalpark Schwarzwald in die Weidesaison gestartet
Foto: Daniel Müller, Nationalpark Schwarzwald

Nationalpark Schwarzwald: Konik-Pferde in neue Grinden-Weidesaison gestartet

4. Juni 2026
Ja, die Konik-Pferde sind nach ihrer Winterpause im Naturschutzgebiet Talebuckel bei Offenburg‑Rammersweier wieder zurück auf den Grinden im Nationalpark Schwarzwald. Bis Ende November verrichten die robusten Weidetiere dort wieder eine wichtige Aufgabe und sorgen gleichzeitig für strahlende Gesichter bei den Besucherinnen und Besuchern. Die Arbeit der Landschaftspfleger auf vier Beinen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Rückkehr der Landschaftspfleger auf vier Hufen

Seit 2020 verbringen die Tiere im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit dem Zoo Karlsruhe die warmen Monate im Nationalpark. Mit ihrer Lebensweise und ihrem Fressverhalten helfen die Pferde dabei, die traditionellen Bergweiden offen zu halten. Die im Mittelalter entstandenen Bergheiden werden seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr landwirtschaftlich genutzt – ohne die Koniks würden sie nach und nach zuwachsen.

Mehr Artenvielfalt dank kurzer Grasnarbe

Und tatsächlich zeigt ihr Einsatz Wirkung. „Wir merken die Auswirkungen unserer Weidetiere an der Zunahme der Biodiversität: Es gibt mehr Rote‑Liste‑Arten und auch Arten, die es vorher nicht gab“, sagt Thomas Gamio, im Nationalpark unter anderem für die Weidetierhaltung zuständig und Betreuer der Koniks.

Auf Pferdeweiden bleibt das Gras besonders kurz – und genau das macht den Unterschied. Die kurz abgefressenen Flächen werden zu wertvollen Kleinstlebensräumen für Vögel und Insekten, die am Boden jagen. „Wenn die Pferde am Ende der Saison einen sogenannten Golfrasen hinterlassen, sind unsere Biologen glücklich – und ich stolz auf unsere Tiere“, so Gamio.

Weiden auf den Grinden: die Konik-Pferde. Und das tut nicht nur der Natur gut, sondern an ihnen erfreuen sich auch viele Besucherinnen und Besucher des Nationalparks Schwarzwald. Bild: Daniel Müller, Nationalpark Schwarzwald

Zwei Herden, 21 Tiere – verteilt auf drei Standorte

Mittlerweile leben zwei Herden mit insgesamt 21 Tieren im Nationalparkgebiet – an den Standorten Zollstock/Hilseneck sowie am Schurkopf nahe des Schliffkopfs. Je nach Wetterlage bleiben die Koniks bis Ende November auf den Grinden.

Hintergrund: Eine robuste Rasse mit Wildpferde‑Genen

Das Konikpferd ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen. Die robusten Ponys erreichen ein Stockmaß von 130 bis 140 Zentimetern. Die letzten Tarpane – die europäischen Wildpferde – wurden vor ihrer Ausrottung in diese Rasse eingekreuzt. Deshalb ähneln die Koniks den früher auch bei uns lebenden Wildpferden stark. Typisch sind die mausgraue Färbung, die dunkle Mähne mit Aalstrich sowie die Zebrastreifen an den Fesseln. Dank ihrer Robustheit und Genügsamkeit werden Koniks seit den 1990er‑Jahren zunehmend in großen Beweidungs‑ und Wildnisprojekten eingesetzt.

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