Vor 100 Jahren fing alles an
100 Jahre nach dem Eintrag der Marke 1923 gibt es nun aus Anlass des Doppeljubiläums in Villingen-Schwenningen im Franziskanermuseum vom 22. März bis zum 4. Juni unter dem Titel „MYTHOS SABA – Erinnerungen an ein Weltunternehmen“ eine große Sonderausstellung, in der die Geschichte dieses einst berühmten Unternehmens kritisch gewürdigt wird
Wird in der Ausstellung zu sehen sein: das große SABA-A von der Leuchtreklame des ehemaligen Firmen-Geländes. Es konnte vor zwei Jahren gerettet werden. Hier dessen Anlieferung für die Ausstellung. Foto: Franziskanermuseum, Claudia Geiser
Spannende Ausstellung
In Interviews und Berichten schildern unterschiedlichste Zeitzeugen ihre ganz persönlichen „SABA-Geschichten“ in Verbindung mit einzelnen Objekten, sodass die Technikgeschichte um eine emotionale Ebene bereichert wird. In einer Art Schaudepot aus der umfangreichen Sammlung des Franziskanermuseums wird schließlich ein Jahrhundert der Unterhaltungselektronik gezeigt: Wegmarken wie das erste Radio mit automatischem Sendersuchlauf stehen neben Standardprodukten und absoluten Besonderheiten wie dem „Schlafpulsator“ und einer akustischen Notentafel. Darüber hinaus wird auch der Frage nachgegangen, wie das Erbe SABAs bis heute die Stadt Villingen-Schwenningen prägt.
Einst Top-Marke der Unterhaltungselektronik
Zu ihren Glanzzeiten zählte SABA, zu den Top-Marken in der Unterhaltungselektronik-Branche. Das Familienunternehmen fertigte Fernseher, Radios und Tonbandgeräte auf höchstem technischem Niveau. Nach den Wirren des Krieges konnte SABA in der Wirtschaftswunderzeit rasch wieder an frühere Erfolge anknüpfen und wurde zu einem der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Bis heute fühlen sich ehemalige „Sabanesen“ mit dem Unternehmen und seiner Betriebsgemeinschaft eng verbunden.
Das bittere Ende
Von Beginn an zeigten sich jedoch auch unternehmerische Schwächen: Eine exklusive Hochpreispolitik, Fehlinvestitionen und Intrigen legten die Grundlage für den allmählichen Niedergang. Mit der Übernahme durch den US-Konzern GTE und dem Verkauf an Thomson wandelte sich der einst soziale Familienbetrieb zum Teil eines multinationalen Unternehmens. Als schließlich nur noch rote Zahlen geschrieben wurden und das letzte Familienmitglied Brunner-Schwer die Geschäftsführung verließ, war auch ein Kapitel Stadtgeschichte Villingen-Schwenningens zu Ende.
Info
Alle weiteren Informationen über die Ausstellung finden Sie unter www.franziskanermuseum.de