Einschaltquoten: Klare Nr. 1 beim Gesamtpublikum
Laut AGF/GfK schalteten ab 20:15 Uhr 4,90 Millionen Zuschauer den ersten Teil von „Vogelfrei – Ein Schwarzwaldkrimi“ ein. Das entsprach einem Marktanteil von 20,5 Prozent und machte den Auftakt zum stärksten Programm nach der „Tagesschau“.
Auch beim zweiten Teil noch deutlich vorne
Direkt im Anschluss folgte Teil zwei: Hier blieben noch 3,67 Millionen Zuschauer dran, was einem Marktanteil von 19,6 Prozent entsprach. Damit hielt sich der Krimi auch in der späten Prime Time auf sehr hohem Niveau.
Im Gesamtpublikum lag das ZDF klar vor allen privaten Konkurrenten: RTLs „Wer wird Millionär?“ kam auf 2,79 Millionen (14,4 %), Sat.1 mit „Promi Big Brother“ auf 1,42 Millionen (6,5 %), Vox mit „Die Höhle der Löwen“ auf 1,29 Millionen (5,9 %).
Einziger Wermutstropfen: Bei den 14- bis 49-Jährigen tat sich der Krimi schwer. Hier lag der Marktanteil nur bei 5,6 Prozent im ersten und 3,8 Prozent im zweiten Teil. In der erweiterten Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen sah es mit 11,7 und 9,5 Prozent deutlich besser aus.
Publikum: Zum Teil harsche Kritik in den Netzwerken
Während die Quoten stimmen, fällt die Resonanz in den sozialen Medien deutlich kritischer aus. Auf der Facebook-Seite von Schwarzwald Aktuell etwa überwogen die negativen Kommentare.
- Tempo & Erzählweise: Viele Zuschauer empfanden den Film als „zu langatmig“ und „zu verschachtelt“.
- Atmosphäre: „zu düster“, „zu viel Symbolik, zu wenig Spannung“.
- Figuren: „zu viele Nebenstränge, man verliert den Überblick“.
- Vergleich: Einige erinnerten daran, dass frühere Schwarzwaldkrimis „spannender“ und „zugänglicher“ gewesen seien.
Zwar gab es auch positive Stimmen, die die Bilder des Schwarzwalds und die Schauspielerleistungen lobten, doch die kritischen kritischen Kommentare überwiegen.

Kritiker: Lob für Anspruch und Bildsprache
Die Fachwelt zeigte sich dagegen beeindruckt. Film‑Rezensionen.de lobte die atmosphärische Dichte und die visuelle Kraft, auch wenn das gemächliche Tempo nicht jeden fesseln dürfte. tittelbach.tv sprach von einem „sehenswerten Werk allein wegen der Bildgestaltung“ und hob die historische Dimension der Jenischen hervor.
Die dpa‑Analyse (u. a. bei Digitalfernsehen.de) stellte die gesellschaftspolitische Dimension in den Vordergrund: Hass im Netz, Ausgrenzung und Minderheitenrechte. Kritisch angemerkt wurde die anspruchsvolle, verästelte Erzählweise – zugleich als Stärke gewertet.
Quotenmeter.de betonte die Rolle des Schwarzwalds als „heimliche Hauptfigur“ und lobte den Kniff mit der „verlorenen Stunde“ bei der Zeitumstellung. Die Badische Zeitung schließlich hob die mystische Atmosphäre hervor und sah in „Vogelfrei“ ein politisch relevantes Werk, das den Schwarzwald in ein neues Licht rückt.
Weitere Stimmen aus der FUNKE‑Mediengruppe und MSN fassten zusammen: Der Schwarzwaldkrimi bringe „Licht ins Zweite“ – ein Hinweis darauf, dass das ZDF mit dieser Reihe ein eigenes Markenzeichen für ambitionierte Krimis geschaffen hat.
Fazit
So entsteht ein seltenes Paradox: Ein Krimi, der die Kritiker begeistert und die Quoten dominiert – und doch beim Publikum in den sozialen Netzwerken auf harsche Ablehnung stößt. „Vogelfrei“ ist damit weniger ein Konsens‑Krimi als ein Reizthema, das den Schwarzwald in ein neues, aber nicht unumstrittenes Licht rückt.





