Foto: Comet Photo AG (Zürich), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ein Bild des Schreckens am Unfallort: den Hang hinab gestürzte Waggons, Zerstörungen.
Ein Bild des Schreckens am Unfallort: den Hang hinab gestürzte Waggons, Zerstörungen.
Foto: Comet Photo AG (Zürich), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Heute, 21. Juli, Jahrestag: 54 Jahre Zugkatastrophe Rheinweiler – 23 Tote

21. Juli 2025
Am heutigen 21. Juli ist ein Jahrestag, ein besonders Trauriger. Einer, in dem sich immer wieder Menschen an einer Gedenktafel an einer Stelle einfinden, die dort angebracht ist, wo sich heute vor genau 54 Jahren bei Rheinweiler im Markgräflerland eines der schwersten und schrecklichsten Zugunglücke Deutschlands ereignet hat, bei dem 23 Menschen starben und 121 zum Teil schwer verletzt wurden. Unfallursache: völlig überhöhte Geschwindigkeit

Die Rheintalbahn verläuft im Bereich von Bad Bellingen-Rheinweiler (Landkreis Lörrach) kurvenreich entlang der Hangkante des Isteiner Klotzes über dem Oberrheintal. Kurz vor der südlichen Bahnhofseinfahrt von Rheinweiler befindet sich ein besonders enger Bogen, der nur mit 75 km/h befahren werden darf. Der verunglückte Zug bestand aus einer Elektrolokomotive der Baureihe 103 (103 106) und acht Wagen. Er war pünktlich vom Badischen Bahnhof in Basel gestartet und zu etwa 75 Prozent mit insgesamt 300 Fahrgästen besetzt.

So passierte es

Um 13:10 Uhr fuhr der Zug mit 140 km/h in den für 75 km/h zugelassenen, scharfen Rechtsbogen vor dem Bahnhof Rheinweiler. Als Ursache wurde später zunächst ein Defekt der automatischen Fahr- und Bremssteuerung (AFB) vermutet. Später legten mehrere Gerichtsverfahren jedoch nahe, dass ein Schwächeanfall oder eine plötzliche Dienstunfähigkeit des Lokführers auch die Unfallursache gewesen sein könnte,.
Durch die stark überhöhte Geschwindigkeit entgleiste der Zug und wurde tangential aus der Kurve geschleudert.

Eine Gedenktafel erinnert an eines der schwersten Bahnunglücke Deutschlands bei dem 23 Menschen in den Tod rasten. Gerade an den Jahrestagen finden sich hier immer wieder Menschen in ein. Bild: ZieglharCC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Bild der Verwüstung

Einer der Wagen zerstörte ein an der Strecke stehendes Wohnhaus bis auf die Fundamente. Dabei starb ein sechsjähriger Junge, seine Mutter und ein Mann wurden schwer verletzt. Sechs der acht Wagen stürzten eine fünf Meter hohe Böschung hinunter, drei Wagen wurden auf ein Gelände zwischen Bahndamm und Landesstraße 137a geschleudert, ein weiterer Wagen blieb auf der Straße liegen. Die Lokomotive kam auf dem Dach liegend, halb im Boden versenkt, vor einem teilweise zerstörten Wohnhaus zum Stillstand.

Insgesamt starben 23 Menschen, darunter der 52-jährige Lokführer, 121 wurden verletzt. Für die umliegenden Rettungsdienste wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Mehrere Hundert Einsatzkräfte des Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, Rettungskräfte aus der Schweiz und Frankreich, französisches Militär sowie die Bundeswehr mit Hubschraubern waren vor Ort im Einsatz.

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