Käufer ein Glücksfall
Während sich das Haus Baden ganz offensichtlich aus dem Weinbau zurückzieht und mit diesem Geschäft nichts mehr am Hut hat, sieht Georg Prinz zur Lippe darin eine Zukunft. Und er versteht etwas davon – schließlich ist er Besitzer des renommierten sächsischen VDP‑Weinguts Schloss Proschwitz. Mit der Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags im Juni in Meersburg ging auf Schloss Staufenberg nach über 300 Jahren eine Ära zu Ende.
Gleichzeitig wurde die Tür für eine neue Zukunft aufgestoßen. Das Schloss bleibt nicht nur erhalten, sondern erhält eine klare Perspektive, die auf dem aufbaut, was es berühmt gemacht hat: dem Weinbau und der sensationellen Lage, die das Schloss zu einem der berühmtesten Aussichztspunkte des Schwarzwalds macht.
Der Verkauf und die Folgen
Der Verkauf beinhaltet das gesamte Ensemble: Schloss, Nebengebäude, Gastronomie, Rebflächen, das Weingut sowie sämtliche Namens‑ und Markenrechte. Der ursprünglich ausgerufene Angebotspreis lag bei 15 Millionen Euro, über den finalen Kaufpreis wurde von beiden Adelshäusern Stillschweigen vereinbart.

Sicher ist: Für Besucherinnen und Besucher ändert sich nichts. Das Schloss bleibt frei zugänglich, die Weinberge ebenso. Und auch der Weinbau vor Ort bleibt stabil. Bereits im Februar wurde die Monopollage Durbacher Schloss Staufenberg an die Genossenschaft der Durbacher Winzer verpachtet – ein Vertrag, der auch unter dem neuen Eigentümer unverändert weiterläuft. Die Bewirtschaftung der Steillagen bleibt also in vertrauten Händen. Und einen renommierteren Partner als die Durbacher Winzer hätte der neue Eigentümer wohl kaum finden können. Da sind klasse Weine Programm.
Familie mit Erfahrung und Plan
Mit Prinz zur Lippe übernimmt ein Mann, der übrigens weiß, wie man historische Weingüter in die Zukunft führt. Nach der Wiedervereinigung baute er Schloss Proschwitz Schritt für Schritt wieder auf und etablierte es als renommierten Qualitätsbetrieb im deutschen Weinbau. Diese Erfahrung könnte nun auch in Durbach entscheidend werden.
Bemerkenswert ist zudem der langfristige Ansatz: Die Familie zur Lippe sieht Schloss Staufenberg als generationenübergreifendes Projekt. Sohn Georg‑Moritz, ausgebildet in internationalen Spitzenbetrieben und deutschen Top‑Weingütern wie Rebholz und Robert Weil, ist bereits fest eingebunden. Die Einheit aus Kulturlandschaft, Weinbau und historischer Architektur soll erhalten und weiterentwickelt werden.
Ein Ende – und ein Anfang nach 333 Jahren
Mit dem Verkauf endet eine Ära: Seit 1693, als der „Türkenlouis“ die Burg für das Haus Baden zurückerwarb, war Schloss Staufenberg über 330 Jahre im Besitz der Familie. Ab 1832 wurde die Anlage im romantischen Stil zu dem Schloss ausgebaut, das heute so viele Schwarzwald‑Besucher kennen.
Nun beginnt ein neues Kapitel – mit einem Eigentümer, der Tradition ganz offensichtlich ernst nimmt und Zukunft gestalten will. Das letzte Wort soll denn auch ihm gehören: „Schloss Staufenberg soll ein lebendiger Ort der Region bleiben: als Wahrzeichen der Ortenau, als Weinbauort mit Strahlkraft und als Kulturgut Badens.“ Es scheint, dass der Tag der Vertragsunterzeichnung als ein guter in die Geschichte des Schlosses eingehen wird,






