Erst im März haben wir noch über Deutschlands höchsten Baum berichtet – damals noch auf Basis der alten vorliegenden Daten von 2019, die eine Höhe von 67,10 Metern auswiesen. Nun hat das Forstamt die Douglasie im Freiburger Stadtteil Günterstal erneut vermessen. Das Ergebnis der Hightech-Prüfung bringt die Gewissheit: Waldtraut steht größenmäßig weiterhin unangefochten deutschlandweit an der Spitze.
Hightech-Messung: Drohne ersetzt das Schätzen
Bisherige Messungen am Boden waren im dichten Kronendach extrem schwierig. Bei der neuen Messung setzte das Freiburger Forstamt gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) auf eine Drohne mit moderner LiDAR-Lasertechnik. Diese scannt den Wald und erstellt ein digitales 3D-Modell. „Im dichten Wald können wir Menschen die exakte Spitze oft nur schätzen. Der Computer scannt das Gelände und berechnet die höchste Krone per Algorithmus absolut fehlerfrei“, erklärt der Freiburger Revierleiter Klaus Echle das moderne Verfahren.
Die Konkurrenz ist chancenlos
Gepflanzt wurde die Douglasie 1913, hat ihren 100. Geburtstag also schon ein paar Jährchen hinter sich. Dennoch: Unsere Rekordhalterin aus dem Schwarzwald hat noch jede Menge drauf. Da bleibt den großen Rivalinnen, wie zum Beispiel der Douglasie aus Eberbach am Neckar, nur das Nachsehen.

Inzwischen ein beliebtes Ausflugsziel
Klar, dass man in Freiburg mächtig stolz auf seine Waldtraut ist. Längst ist sie zu einem beliebten Ausflugsziel geworden, zu dem viele aus nah und fern pilgern, um dem Baumriesen ihre Aufwartung zu machen. Schließlich sollte man den größten Baum Deutschlands im Leben mal gesehen haben.
Von der Liege geht der Blick nach oben
In Freiburg weiß man, was man an ihr hat. Am Fuß des Baumes gibt es nicht nur spannende Infos über die Douglasie, inzwischen wurde dort auch eine Waldliege angebracht, von der man ganz bequem in Richtung von Waldtrauts Krone hochsehen kann. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sich vor lauter Hochstarren ein steifes Genick einhandeln konnte.
So findest du den Rekord-Baum
Direkt mit dem Auto hinfahren ist allerdings nicht möglich. Wer den Giganten selbst bestaunen möchte, „muss“ das mit schönen Wanderungen durch das Arboretum in Freiburg-Günterstal verbinden, bei denen du ganz nebenbei noch viele andere bemerkenswerte Bäume kennenlernst.
- Die kurze Variante (ca. 3 km Hin- und Rückweg): Start am Wanderparkplatz an der Schauinslandstraße oder der Bushaltestelle „Kyburg“. Die reine Gehzeit bis zum Baum beträgt ca. 35 Minuten pro Strecke (stetig leicht ansteigend). Der Weg ist gut ausgebaut und kinderwagentauglich.
- Die große Runde (ca. 8 km Hin- und Rückweg): Start direkt am Freiburger „Waldhaus“ (Wonnhalde). Von dort wandert man gemütlich durch das abwechslungsreiche Arboretum (Forstbotanischer Garten), bei dem sich weitere großartige Baumriesen bewundern lassen. Für den gesamten Ausflug solltet ihr rund 2 Stunden reine Gehzeit einplanen.






