Fläche entspricht 140 Fußballfeldern
Der Feldberg gilt als Hotspot der Biodiversität im Schwarzwald. Um diesen Schatz langfristig zu erhalten, treibt die Naturschutzverwaltung des Regierungspräsidiums Freiburg die naturnahe Beweidung auf dem höchsten Berg Baden-Württembergs weiter voran. Auf insgesamt rund 100 Hektar fördern jetzt weitgehend freilaufende Rinder und Pferde die Artenvielfalt – und übernehmen damit eine Aufgabe, die früher durch traditionelle Nutzung selbstverständlich war.
Neue Weidefläche zwischen Gipfel und Todtnauer Hütte
Im vergangenen Jahr hatte das RP gemeinsam mit dem Görwihler Landwirt René Apel die erste, rund 50 Hektar große Naturweide im Bereich des Zastler Kars eingerichtet. Nun ist eine weitere 50‑Hektar‑Fläche auf der Südseite des Feldbergs hinzugekommen – zwischen Gipfel und Todtnauer Hütte. Dort kümmern sich jetzt sieben Hinterwälder Rinder und drei Pferde um die Landschaftspflege.
Landwirt René Apel freut sich: „Mit der Beweidung im Zastler Kar haben wir letztes Jahr gute Erfahrungen gemacht. Mit der neuen Weidefläche kommt ein weiterer wichtiger Baustein hinzu. So können wir konkret gefährdete Offenlandarten wie Ringdrossel, Auerhuhn und Zitronenzeisig fördern.“ Das RP unterstützt das Projekt mit Landesmitteln, unter anderem für Zäune im weitläufigen, teils steilen Gelände.
Historische Nutzung als Vorbild
Der Feldberg ist nicht nur touristisch ein Magnet. Viele typische Bergarten kommen im Schwarzwald nur noch dort oben vor. „Der Gipfelbereich ist seit Jahrhunderten in Nutzung. Mit der naturnahen Beweidung imitieren wir diese historische Form der Landschaftspflege“, erklärt Ruben Clemens vom Naturschutzreferat. Die Weiden umfassen sowohl Offenland als auch Wald. „So entsteht wieder eine komplexe Landschaft mit eng verzahnten Lebensräumen.“
Dringender Handlungsbedarf
Nach Einschätzung des RP, ist die Umstellung auf naturnahe Beweidung dringend notwendig. In den vergangenen Jahrzehnten sei ein deutlicher Rückgang charakteristischer Tier- und Pflanzenarten festgestellt worden. Die Wanderschäferei alleine habe die Flächen nicht ausreichend offenhalten können. „Diesem Trend wollen wir entschlossen entgegenwirken und sind dankbar für die großartige Unterstützung unserer Weidebetriebe“, so Clemens. Besonders hob er die Weidegenossenschaften im Hochschwarzwald hervor, die über Jahrzehnte viele Weidfelder gepflegt und damit die Attraktivität der Hochlagen für Mensch und Natur erhalten haben.






