Skitourengehern empfiehlt die Bergwacht außerdem, stets vollständige Notfallausrüstung mitzuführen: ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), eine Lawinenschaufel und eine Sonde – Dinge, die im Ernstfall Leben retten können.
Nordabhänge besonders gefährlich
Der Grund für die erhöhte Gefahr: In den vergangenen Tagen sind bis zu 40 Zentimeter Neuschnee auf eine harte, vereiste Altschneedecke gefallen. Diese Kombination begünstigt Lawinenabgänge erheblich. Besonders kritisch ist die Situation laut Experten an Nordhängen oberhalb von etwa 1.300 Metern. Als besonders gefährdet gelten das Zastler Loch, der Baldenweger Buck sowie der Nordhang des Herzogenhorn.
Die klare Botschaft der Bergretter: Vorsicht walten lassen, keine Risiken eingehen und die aktuelle Lage ernst nehmen.
Trauriger Schwarzwaldrekord: 17 Tote bei Lawinenunglück
Lawinen sind keineswegs ein ausschließlich alpines Phänomen – auch im Schwarzwald kam es immer wieder zu schweren Unglücken. Das folgenschwerste Lawinenereignis Deutschlands ereignete sich sogar hier und nicht in den Alpen.
Am 24. Februar 1844 wurde im Wagnerstal bei Neukirch, einem Ortsteil von Furtwangen im Schwarzwald, der Königenhof von einer gewaltigen Schneelawine zerstört.
Ein Bild des Schreckens
Gegen 23 Uhr hörten Anwohner ein unheimliches Sausen. Im Nachbarhaus nahm die Frau eines Uhrengestellmachers das Geräusch wahr und spürte sogar ein kurzes Beben des Gebäudes. Da den ganzen Tag über ein heftiger Sturm gewütet hatte, maß sie dem Vorfall keine besondere Bedeutung bei und ging schlafen.
Am nächsten Morgen bot sich ein Bild des Schreckens: Der Königenhof war vollständig verschwunden, unter meterhohen Schneemassen begraben. Für die Bewohner kam jede Hilfe zu spät – 17 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden.
Dieses Unglück ist bis heute als die schwerste Lawinenkatastrophe in der deutschen Geschichte – ein tragischer Beleg dafür, dass auch die Mittelgebirge gefährliche Naturgewalten hervorbringen können.

Bild vom völlig zerstörten Königenhof. Es stammt vom Vöhrenbacher Litographen Casimir Stegerer, der damals selbst am Unglücksort war.





