Ausflugstipp: Hoch droben auf dem Hochfirstturm

Panoramablick vom Hochfirst auf das Feldbergmassiv, den Titisee und den gleichnamigen OrtPanoramablick vom Hochfirst auf das Feldbergmassiv, den Titisee und den gleichnamigen OrtFoto: Von Andreas Schwarzkopf - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23924312

Ausflugstipp: Hoch droben auf dem Hochfirstturm

Sonntag, 20 Juni 2021

Ist das schön hier oben! Diese Aussicht! Einfach fantastisch! Wir stehen auf der Aussichtsplattform des Hochfirstturms, der den Gipfel des gleichnamigen Berges ziert. Mit seinen 1192 Metern gehört der Hochfirst mit zu den Großen unter den Schwarzwaldbergen.

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Unser Blick schweift hinüber zum imposanten Feldbergmassiv, dem Höchsten, was der Schwarzwald zu bieten hat. Richtig berühmt ist auch der Blick von hier oben auf den bekanntesten aller Schwarzwaldseen – den Titisee. Klasse auch Sicht auf den Kandel, auf dem in der Walpurgisnacht die Hexen ihr Unwesen treiben sollen. Wohl um keinen anderen Berg des Schwarzwalds ranken sich mehr Sagen als um diesen.

Eiszeit im Schwarzwald

Der Gang auf den Hochfirst ist auch ein Ausflug in die Vergangenheit. Wussten Sie, dass die Berge des Südschwarzwald vor rund 20.000 Jahren komplett von Eis bedeckt waren? Es war die Zeit, als die Eiszeit im Schwarzwald ihr größtes Ausmaß erreichte. An keiner anderen Stelle können Sie an den Rundungen der Berge besser nachvollziehen, wie der legendäre Feldberggletscher in der letzten Eiszeit die Landschaft geprägt, ihr das heutige Aussehen gegeben hat.

Die Geschichte des Hochfirstturms ist eine „etwas“ kürzere, reicht „nur“ bis ins Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Zu verdanken haben wir auch diesen Aussichtsturm wie viele andere im Schwarzwald, dem Schwarzwaldverein. 1895 gründete der aufstrebende Verein auch in Neustadt eine Ortsgruppe und die sorgte dafür, dass bereits 1888 auf dem Hochfirst ein 38 Meter hoher Holzturm eingeweiht werden konnte. Lange erfreuen konnte man sich indes daran nicht. 1890 fegte ein Gewittersturm über den Berg und machte aus dem mächtigen Bauwerk buchstäblich Kleinholz.

Turm ohne „Gegenverkehr“

Entmutigen ließ man sich im Schwarzwald dadurch nicht. Noch im gleichen Jahr baute der Schwarzwaldverein auf dem Natursteinsockel des alten Turms einen neuen, 25 Meter hohen Turm. Dieses Mal allerdings aus Stahl, wobei die 123 Stufen zählende Wendeltreppe zur Aussichtsplattform eine echte Besonderheit darstellt. Sie ist gegenläufig, Auf- und Abstieg verlaufen getrennt. Wer hier rauf oder runter geht, muss also nicht mit „Gegenverkehr“ rechnen.

1960 erlaubte es der Schwarzwaldverein dem Südwestfunk, die ersten Fernsehantennen zu installieren. Seit jenem Jahr ist der Turm nicht nur Aussichtsturm, sondern auch Funk- und Richtmast. Dadurch konnten die immer wieder anfallenden Sanierungsarbeiten finanziert werden. Zuletzt übrigens in größerem Ausmaß 1999, als der Jahrhundertsturm „Lothar“ über den Schwarzwald hinwegraste und einige umstürzende Bäume auf die den Turm sichernden Halteseile fielen und schwere Schäden anrichteten.

Ein Renner unter den Schwarzwaldtürmen

Der Hochfirstturm ist ein echter Renner unter den Schwarzwaldtürmen, erfreut sich größter Beliebtheit, lockt Jahr für Jahr Tausende von Menschen an. Die können übrigens dort oben im Berggasthaus Hochfirst richtig urig einkehren und sich mit Speis und Trank verwöhnen lassen. Auch Übernachtungsmöglichkeiten hat das Gasthaus. Die Anfänge des Berggasthauses reichen bis in die Anfänge des Turms zurück. Die Mitglieder des Schwarzwaldvereins hatten damals aus dem Holz des ersten, zerstörten Turms eine Hütte errichtet, sie schon bald bewirtschaftet und im Laufe der Jahre zu dem ausgebaut was er heute ist: einem gemütlichen Berggasthof. Zwischen dem Turm und dem Berggasthaus kreuzen sich die beiden attraktiven Fernwanderwege des Schwarzwaldvereins: der Mittelweg und der Querweg Freiburg-Bodensee.

Eine fantastische Aussicht über die Schwarzwaldlandschaft genießen wir von der Plattform des Hochfirstturms. Von Andreas Schwarzkopf - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23924312


Auf dem Hochfirst gibt es nicht „nur“ den Hochfirstturm und den Gasthof. Nein, an den Berg schmiegt sich auch die Hochfirstschanze. Nahezu jedes Jahr gibt sich hier an der größten Naturschanze Deutschlands die komplette Weltelite beim Weltcupspringen die Ehre und lockt Tausende von begeisterte Skisprungfans an den Schanzentisch. Und die Skispringer sind nicht die einzigen, die auf dem Hochfirst abheben. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Startplatz für Drachen- und Gleitschirmflieger. Auch das ein echter Hingucker.

Auch das noch! Mord auf dem Hochfirstturm

Doch der Hochfirst hat noch mehr drauf. Als „Geisterturm“ machte ihn der erfolgreiche Schwarzwälder Krimiautor, Roland Weis; mit einer Hauptfigur Alfred in seinem neunten Fall 2020 auch zum Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. Mitten im Winter findet ausgerechnet Alfred auf dem völlig vereisten Turm eine Leiche. Er nimmt die Ermittlungen auf. Auch dem Berggasthof kommt in dem Mordfall eine wichtige Rolle zu. Spannender Krimi. Kann man nur empfehlen! (Schwarzwaldkrimi „Geisterturm“, Rombach-Verlag, 2020, 12 Euro, ISBN 9-783-7930-5191-6).

Der Hochfirstturm steht übrigens auf der Gemarkung des rund ein Kilometer entfernt gelegenen heilklimatischen Kurortes Saig, einem Ortsteil der Gemeinde Lenzkirch. 2,5 km westlich des Turms liegt die Gemeinde Titisee mit dem gleichnamigen Titisee und 2,5 km nordöstlich Neustadt, beides Ortsteile der Stadt Titisee-Neustadt. Von den genannten drei Orten führen Wanderwege, von Neustadt aus auch eine befestigte Straße auf den Turm.

Den Schlüssel für den Turm gibt es im Berggasthof zu dessen Öffnungszeiten. Dier Ausflug auf den Turm kostet zwei Euro. Weitere Infos unter www.berggasthaushochfirst.de

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