Was hier künftig entstehen soll
Dort sollen künftig eine Forschungsabteilung, ein Ausstellungsraum, eine Infostelle für das Rangerteam sowie eine einfache Wanderunterkunft ihren Platz finden. Auch Veranstaltungen sollen hier durchgeführt werden können.
Mit den Arbeiten wurde bereits in diesem Jahr begonnen. Bis Ende 2028 soll der Umbau abgeschlossen sein. Wie teuer die Baumaßnahme letztlich wird, ist offenbar noch nicht ganz klar – die Kosten sollen sich im mittleren bis oberen einstelligen Millionenbereich bewegen.
Vierte Anlaufstelle für Nationalpark-Besucher
Neben den beiden Nationalparkzentren am Ruhestein und in Herrenwies sowie der Rangerstation im Tonbachtal wird die Alexanderschanze dann die vierte Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher sein, um direkt vor Ort Informationen oder Ausflugstipps über den Nationalpark zu erhalten. Nationalparkleiter Berthold Reichle betont: „Das unterstützt uns dabei, auch den gesetzlich verankerten Bildungsauftrag gut zu erfüllen und an mehreren Stellen unseres Nationalparks Angebote schaffen zu können.“

Woher der Name kommt
Die Alexanderschanze kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 17. Jahrhundert entstanden am Kniebis erste Schanzenanlagen, die den wichtigen Verkehrsweg zwischen Straßburg und dem Neckartal sicherten. Ihren Namen erhielt die Anlage 1734, als Herzog Carl Alexander von Württemberg die Befestigungen erneuern ließ, um den Grenzpass militärisch besser zu schützen.
In den folgenden Jahrzehnten spielte die Schanze immer wieder eine Rolle in den Konflikten zwischen Frankreich und den deutschen Staaten, besonders während der Koalitionskriege Ende des 18. Jahrhunderts. Die Anlage wurde dabei mehrfach verstärkt und diente als Sicherungspunkt im Grenzgebiet.
Gasthaus – Kurhaus – Denkmal
Später entstanden in unmittelbarer Nähe erste Gebäude, darunter ein Forsthaus, aus dem sich schließlich das bekannte Gasthaus entwickelte. Seit 1887 ist ein Gasthaus an dieser Stelle in der Hand der Familie Gaiser nachgewiesen. Der Vorgängerbau brannte 1911 ab; das heutige Gebäude wurde kurz darauf neu errichtet und entwickelte sich vom einfachen Gasthaus zum Kurhaus. Die 28 Gästezimmer waren für die damalige Zeit bemerkenswert modern – mit fließendem Wasser und elektrischem Licht ausgestattet.
1926 wurde das Restaurant erweitert, 1937 die Küche vergrößert. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Gebäude der Kinderlandverschickung. In der unmittelbaren Nachkriegszeit litt die Bausubstanz stark, woraufhin das Gebäude 1948 von Lina Gaiser modernisiert wurde. Ein weiterer Umbau folgte 1952.
Seit 2001 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Zum 1. Januar 2015 gab die Familie Gaiser den Betrieb schließlich auf und verkaufte die geschichtsträchtige Liegenschaft im selben Jahr an das Land Baden-Württemberg, woraufhin das Gebäude vollständig leer stand.






