Der Terrassenbau Manz – ein Meisterwerk
Dieses Gebäude atmet Geschichte. Der Junghans-Terrassenbau, ein Meisterwerk des Stuttgarter Industriearchitekten Philipp Jakob Manz (1861–1936), bietet den idealen Rahmen für einen Ausflug in die Geschichte der Schwarzwalduhren, der Uhrenfabrik Junghans und der damit verbundenen Zulieferindustrie.
Zwischen 1916 und 1918 errichtet, gilt der Terrassenbau als eines der weltweit architektonisch interessantesten Industriegebäude in Hanglage – und längst als Wahrzeichen der Stadt Schramberg. Die schmalen, langen Räume sind so gestaltet, dass nahezu alle Arbeitsplätze direkt am Fenster liegen. Neun Etagen Tageslicht sorgen so für die idealen Bedingungen für die Fertigung feinmechanischer Produkte.
In den 1970er Jahren montieren die Mitarbeiter hier die letzten Junghans‑Uhren, danach fällt das Gebäude in einen Dornröschenschlaf. Erst der neue Eigentümer Dr. Hans‑Jochem Steim erweckt den Terrassenbau wieder zum Leben. Nach einer aufwändigen, denkmalgerechten Sanierung von 2016 bis 2018 erstrahlt er heute in neuem, altem Glanz.

Junghans-Armbanduhren – Meilensteine der Uhrengeschichte
Die aktuelle Sonderausstellung führt durch zehn Jahrzehnte Junghans‑Armbanduhren – von der ersten Junghans‑Armbanduhr bis zur Hightech‑Funkuhr. Sie bietet spannende Einblicke in Technik, Werbung und gesellschaftliche Entwicklungen. Wie tickte der Armbanduhrenmarkt in den vergangenen 100 Jahren? Junghans spielte immer wieder eine Hauptrolle: als weltgrößter Uhrenhersteller Anfang des 20. Jahrhunderts, als Taktgeber der Mechanik, als Entwickler der ersten deutschen Quarz‑Armbanduhr (1971), einer fortschrittlichen Solararmbanduhr (1987) und der weltweit ersten Funkarmbanduhr (1990).
Diese und weitere Highlights sind im Junghans-Terrassenbau-Museum zu sehen – dort, wo Geschichte und Zukunft eng miteinander verbunden sind. Eine aufregende Zeitreise durch das letzte Jahrhundert mit originalen Modellen, spannenden Hintergründen und wertvollen Aha‑Momenten.
Schwarzwalduhren – eine spannende Zeitreise
Wer bei Schwarzwalduhren ausschließlich an Kuckucksuhren denkt, liegt falsch. Schwarzwalduhren gibt es in vielen Ausprägungen: Automatenuhren, Standuhren, Musikuhren – und natürlich auch mit dem klassischen Kuckuck. Die umfangreiche Sammlung von Heinrich Engelmann zeigt rund 300 Exponate und eine originale Uhrmacherwerkstatt aus dem 18. Jahrhundert. Sie bildet den Einstieg in das Museum und dokumentiert die Entwicklung von der Holzräderuhr bis zur Automatenuhr und Musikuhr.
Ein besonderes Highlight ist das funktionstüchtige Phonoliszt‑Violina Geigenorchestrion von 1912, das Klavier und Geige automatisiert zum Klingen bringt – ein über 100 Jahre alter Musikgenuss.

Eine florierende Zulieferindustrie
Die Uhrenfabrik Junghans prägt nicht nur die Stadt, sondern die wirtschaftliche Entwicklung des ehemaligen Marktfleckens. Mit dem Wachstum des 1861 gegründeten Unternehmens steigt der Bedarf an Einzelteilen. Weil Junghans die benötigten Mengen nicht mehr selbst herstellen kann, entsteht im Umfeld eine innovative Zulieferindustrie. Risikobereite Tüftler gründen eigene Betriebe, insbesondere zur Federproduktion.
Eine komplette, originalgetreue Federfertigung der Schramberger Firma Pfaff & Schlauder bildet den Einstieg in diesen Bereich. Eine Installation zeigt den Weg vom Naturquarz zum elektronischen Bauteil. Zudem wird sichtbar, wie vielfältig Federn heute eingesetzt werden – von der Hundeleine bis zum lebensrettenden Sicherheitsgurt.
Junghans prägt die Stadt
Eine Familie schreibt Stadt‑ und Wirtschaftsgeschichte. Was 1861 mit einer Fabrik für Uhrenteile beginnt, ist 1903 die größte Uhrenfabrik der Welt mit 3000 Mitarbeitern. Der damalige Firmenchef Erhard Junghans ist so was wie der Uhrenkönig aus dem Schwarzwald, einer Branche, die hier richtig boomte. Das Unternehmen gilt über 150 Jahre als Innovationstreiber der Branche – von mechanischen Uhren über elektronische Zeitmesser bis zu funkgesteuerten High‑Tech‑Uhren mit Solarzellen.
Der Ausstellungsbereich zeigt technische und gestalterische Facetten der Junghans‑Uhren und die Stationen einer bewegten Unternehmensgeschichte. Und ja, Junghans machte im Zuge der Krise in der deutschen Uhrenindustrie auch sehr schwere Zeiten durch. Dann der Glücksfall: 2009 übernimmt die Unternehmerfamilie Steim Junghans. Mit neuer strategischer Ausrichtung und der Rückbesinnung auf mechanische Uhren gelingt die Restrukturierung. Der Stern von Junghans strahlt wieder – im Markenlogo und in der Uhrenbranche. Weltweit!
Aufregendes Uhrendesign
Eine hochwertige Uhr ist mehr als ein Zeitmesser – sie ist ein Schmuckstück. Uhrendesign gehört seit den frühen Jahren zur DNA von Junghans. Das Programm ist vielfältig, folgt aber stets einem Anspruch: traditionelles Handwerk mit neuester Technologie und markantem Design zu verbinden.
In der Designabteilung entstehen die Junghans‑Uhren von morgen. Kreative Mitarbeiter vereinen Inspiration, Tradition, Markenentwicklung und bewährte Werte. Vom ersten Bleistiftstrich bis zur fertigen Uhr prägen handwerkliches Können, innovatives Denken und das Gespür für gestalterische Feinheiten jedes Detail. Jede „Junghans“ trägt die Identität der Marke – und den Standort Schramberg in sich.

Junghans-Shop
Ihr begeistert euch für Junghans‑Uhren? Dann lohnt sich ein Besuch im Junghans-Shop. Hier könnt ihr die Modellvielfalt erleben und direkt am Handgelenk ausprobieren und werdet zudem kompetent und persönlich beraten. Darüber hinaus erwarten euch Angebote und Specials – mehr Nähe zur Marke geht nicht. Noch viele Informationen mehr rund um das Unternehmen gibt es unter www.junghans.de






