Die Bergwacht Schwarzwald geht einen großen Schritt in Richtung Zukunft. Seit Mai 2026 ist eine neue Lastendrohne im Einsatz – und die hat es in sich: Die „DJI FlyCart 100“ kann bis zu 100 Kilogramm transportieren und gehört damit zu den leistungsfähigsten Systemen, die in Deutschland bei Rettungsorganisationen genutzt werden. Für die Bergwacht bedeutet das: weniger Schlepperei, mehr Sicherheit und deutlich schnellere Wege im Einsatz und für die Menschen letztlich mehr Sicherheit.
Materialtransport bisher oft Knochenarbeit
Wer im Schwarzwald rettet, weiß: Die Wege sind steil, die Täler eng, und viele Einsatzorte sind nur zu Fuß erreichbar. Ausrüstung muss häufig über lange Strecken getragen werden – manchmal unter Seilsicherung, manchmal durch absturzgefährdetes Gelände. Genau hier spielt die neue Lastendrohne ihre Stärken aus. Sie bringt Material unabhängig von Wegen, Hanglagen oder Hindernissen direkt dorthin, wo es gebraucht wird. Ein Bergrettungsfahrzeug kann schnell über 200 Kilogramm Ausrüstung an Bord haben – die Drohne schafft das in wenigen Flügen. ,

Vom Drohnenforum bis zur Einsatzreife
Noch im Herbst 2025 wurden auf dem Schwarzwälder Drohnenforum Modelle mit deutlich geringerer Nutzlast vorgestellt. Die neue Generation ist ein Technologiesprung: Erstmals wird eine Drohne dieser Klasse wirtschaftlich und praktisch im Bergrettungsdienst eingesetzt. Auch im Katastrophenschutz eröffnet das System neue Möglichkeiten – etwa nach Unwettern, Erdrutschen oder starkem Schneefall, wenn Wege blockiert sind und Infrastruktur beschädigt ist. Medizinisches Material, Ausrüstung oder dringend benötigte Güter können dann per Lufttransport an abgeschnittene Orte gelangen.

Testphase erfolgreich
Aktuell befindet sich das Projekt in einer intensiven Test- und Ausbildungsphase. Ein spezialisiertes Drohnenteam wird geschult, sowohl im sicheren Flugbetrieb als auch im professionellen Umgang mit Lasten. Die ersten Testflüge zeigen: Das Potenzial ist enorm. Die Bergwacht spricht von einer spürbaren Entlastung im Einsatzalltag – und davon, dass die Drohne künftig ein entscheidender Baustein für schnelle und sichere Rettung sein könnte.

Die offizielle Vorstellung der Lastendrohne sollte durch Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel am 27. Juni 2026 beim bundesweiten Bevölkerungsschutztag in Freiburg stattfinden. Wegen der extremen Hitze musste die Veranstaltung jedoch abgesagt werden. Das heißt aber nicht, dass die Drohne deshalb am Boden bleibt: Sie ist einsatzbereit und wird bereits im Rahmen des Innovationsprojekts aktiv getestet – und hebt bei Bedarf selbstverständlich ab.






