Baumann: „Visionen werden wahr“
Die Fischadler sind zurück – und mit ihnen zwei neue Hoffnungsträger für den Südwesten. Auf einem eigens errichteten Horst im Wald bei Rastatt hat das Paar erneut Nachwuchs großgezogen. Bei der Beringung war Umweltstaatssekretär Andre Baumann vor Ort, der als Star‑Wars‑Fan gleich die passenden Namen fand. „Luke und Leia zeigen, wie viel Erneuerungskraft in der Natur steckt – ganz ohne Spezialeffekte haben die Fischadler ihre Jungen aufgezogen und gegen Feinde verteidigt“, so Baumann.
Die Rückkehr der Fischadler nach Baden-Württemberg belege, „dass Visionen wahr werden können, wenn Fachwissen und Leidenschaft zusammenkommen. Ich wünsche dem NABU und seinem Projektteam weiter viel Erfolg. Möge die Macht der Natur weiter mit Luke und Leia sein“, sagte der Umweltstaatsekretär abschließend, Bei der Beringung waren auch die beiden Landtagsabgeordneten des Landkreises Rastatt, Dr. Alexander Becker (CDU) und Thomas Hentschel (Grüne) mit dabei.
Ein Lichtblick nach Rückschlägen
Die Brut ist die dritte erfolgreiche seit der Wiederkehr der Art im Jahr 2023 – ein Meilenstein, nachdem die Fischadler 1907 im Südwesten ausgerottet worden waren. 2024 zerstörte ein Nesträuber, vermutlich ein Baummarder, die vier Eier des Paares Chronos und Kepler.

Umso größer ist die Freude über den aktuellen Nachwuchs. „Dramen im Nest gibt es immer wieder. Wichtig ist, dass wir in Baden-Württemberg im Artenschutz vorankommen, dafür sind der Schutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen elementar. Angesichts des dramatischen Artensterbens ist der Fischadler-Nachwuchs ein toller Lichtblick mit einer Botschaft: Dranbleiben lohnt sich. Geduld, Leidenschaft und Ausdauer zahlen sich aus“, sagt NABU‑Landesvorsitzender Johannes Enssle.
Hoch hinaus für den Artenschutz
Seit 1990 arbeitet Daniel Schmidt‑Rothmund, Leiter des NABU‑Vogelschutzzentrums, an einem Langzeitprojekt zur Wiederansiedlung. Mit „Luke“ und „Leia“ sind nun sieben Jungvögel in Rastatt flügge geworden – ein starkes Signal für die kommenden Jahre. Weitere Nisthilfen sollen den Greifvögeln zusätzliche sichere Brutplätze bieten.
Beringung in 25 Metern Höhe
Profi‑Kletterer Max Unger seilte die Jungtiere behutsam aus dem Horst ab. Unten erhielten sie einen Gesundheitscheck. Schmidt‑Rothmund berichtet: „Die beiden – vermutlich ein Weibchen und ein Männchen – haben ein prächtiges Gefieder ausgebildet und die Hitzephase zum Glück gut überstanden. Die Vögel riechen intensiv und ganz typisch nach Fisch.“
Mit ihren leichten Ringen sind die Jungtiere nun eindeutig identifizierbar. Mitte Juli starten die ersten Flugübungen, im August folgt die große Reise: rund 5.000 Kilometer bis nach Westafrika, wo die jungen Fischadler überwintern.







