Morgens bei Tagesanbruch, kurz bevor für die Mitarbeiter der Nachtschicht im Kurhaus Baden-Baden eine lange Nacht zu Ende geht, haben sie seit Jahr und Tag, Sommer wie Winter und bei jedem Wetter, noch eine angenehme Pflicht zu erfüllen: Mit einer langen Stange löschen sie nacheinander an jeder einzelnen Gaslampe der sechs mächtigen Kandelaber vor der stilvollen Fassade des Weinbrennerbaus das Licht. Oft beobachtet von den letzten Gästen aus dem Casino, von fröhlichen Nachtschwärmern, Ballbesuchern auf dem Nachhauseweg oder bereits von den Frühaufstehern, die sich mit einer morgendlichen Joggingrunde durch die Parkanlage der Lichtentaler Allee fit halten oder sich während der Internationalen Galopprennen auf den Weg zum Rennbahnfrühstück nach lffezheim machen.

Es sind die kleinen Dinge, die – eingebunden in eine verschwenderisch schöne Natur, in eine faszinierende Architektur und in das zeitgemäße touristische Angebot – das „kleine Weltbad im Schwarzwald“ so sympathisch, ja begehrenswert machen. Sie verleihen ihm den besonderen Charme und geben dem stilvollen Ambiente der „Sommerhauptstadt Europas“ den letzten Schliff. Die Natur hat es gut gemeint mit der Stadt im schmalen Tal des kleinen Flüsschens Os am Fuße des Schwarzwaldes. Offen zur Rheinebene, durch die sanft ansteigenden Schwarzwaldhänge windgeschützt, wurde „Aquae“ von der Natur verwöhnt. Aus der römischen Siedlung mit Therme für den Kaiser, die Soldaten und die Pferde wurde „Baden“ und schließlich Baden-Baden. Und wie eine Zugabe der Natur sprudeln täglich aus 12 Quellen etwa 800 000 Liter des bis zu 68,8 Grad heißen Heilwassers. Baden-Badens Tradition als Bäderstadt ist schon zwei Jahrtausende alt. Die Wohltat der Thermen beruht auf der heilenden Kraft des Thermalwassers. Mit der Lichtentaler Allee, mit Gönneranlage, Rosenneuheitengarten, Florentinerberg und der mediterranen Pflanzenwelt oder mit dem Rebland wird Baden-Baden auch zum Naturerlebnis.

Als ob die Baumeister, Mäzene und Stadtverantwortlichen aller Epochen dieser natürlichen Pracht nacheifern wollten, haben sie Baden-Baden stets mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht: Friedrichsbad (ein wahrer Badetempel aus dem 19. Jahrhundert) und Caracalla-Therme, klassizistisches Kurhaus mit glanzvollen Galabällen und den prunkvollen Sälen der Spielbank, das eindrucksvolle Theater, Kunsthalle, das Museum Frieder Burda, Kloster Lichtenthal, Brahmshaus, Trinkhalle, Galopprennen, Hotellerie und Gastronomie. Die grüne Stadt der kurzen Wege ist wie geschaffen für einen Urlaub vom Alltag, denn sie lädt durch ihr ganzes Ambiente zum Entspannen ein. Hier kann man bei langen Spaziergängen durch die Park- und Gartenanlagen seine Energie zurückgewinnen.

Was in Baden-Baden aus Küche und Keller auf den Tisch kommt, wird selbst von weit gereisten Gästen als paradiesisch und einzigartig gelobt. Nirgendwo sonst versammeln sich so viele Qualitätssterne für die Küchenkunst wie in und um Baden-Baden. In Töpfen und Pfannen werden badisch-elsässische und internationale Rezepturen in Einklang gebracht. Kein Wunder also, wenn Könige und Künstler, Wirtschaftsmagnate, Spieler und Sportstars Baden-Baden jährlich bei der Verleihung des Deutschen Medienpreises die Ehre geben. Bei Baden-Badens hoch gelobter Hotellerie mit fast 5000 Betten stehen Freundlichkeit und Service an allererster Stelle. Sie überzeugen durch Individualität und Einzigartigkeit. Kaiser Wilhelm I. war vier Jahrzehnte lang Stammgast in Baden-Baden. Dostojewski spielte und schrieb in Baden-Baden. Brahms, Clara Schumann, Turgenjew, Napoleon III., Zar Nikolaus, Queen Victoria, Bismarck und Moltke ließen sich von Baden-Baden verwöhnen. Adenauer und de Gaulle besiegelten die deutsch-französische Freundschaft im Brenner’s Parkhotel. Internationale Politiker unserer Zeit, aktuelle Weltstars und Spitzensportler lassen es sich hier gut gehen.

Und dennoch: Etwas ist anders geworden in der Stadt mit dem gewissen Flair. Die Zaungäste vergangener Zeiten, die in respektvollem Abstand den scheinbar Großen und Mächtigen dieser Welt zujubeln durften und sich ein wenig im Glanz der feinen Gesellschaft sonnen konnten – diese Zaungäste sind längst zu Hauptpersonen in Baden-Baden geworden. Es gibt nach wie vor die glanzvollen gesellschaftlichen Ereignisse in Smoking und Abendkleid und Spieler, die es lieben, die Jetons immer wieder auf der „7“ zu platzieren. Mehr als 60 000 Casino-Besucher im Jahr legen Zeugnis davon ab: Spiel ist Faszination. Baden-Baden ist keine Stadt der billigen Vergnügungen, aber es ist eine Stadt geworden, die ihren Preis wert ist. Ob in der Weinstube, ob beim bezahlbaren Einkaufsbummel etwa durch Bäderviertel und Fußgängerbereich, bei der Fülle des kulturellen Angebots, bei Sport und Spiel, beim Sich-verwöhnen-Lassen und natürlich beim Thema „Gesund bleiben und gesund werden“. Zu Recht kann die „kleine Weltstadt“ im Schwarzwald stolz sein, dass es ihr gelungen ist, eine harmonische Synthese zu schaffen zwischen Tradition und zeitgemäßem Angebot, zwischen stilvollem Ambiente und „Savoire vivre“, zwischen Luxus und Bodenständigkeit. Und sie hat all die kleinen Dinge bewahrt, die ein paar Tage Baden-Baden immer wieder zu einem Erlebnis werden lassen. Sie können auch mit wenig Geld Ihr Glück am Roulettetisch auf die Probe stellen oder nur zuschauen. Die prunkvollen Säle des Casinos sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

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