Bauernkrieg und Burgbesetzung 1525
Vor einem halben Jahrtausend brachte der „Aufstand des gemeinen Mannes“ den Südwesten Deutschlands ins Wanken: Bauern erhoben sich gegen Unterdrückung und fehlende Rechte und griffen zu den Waffen. Die Ausstellung „Besetzung der Burg Rötteln 1525“, organisiert vom Röttelnbund e.V. Haagen, widmet sich diesem historischen Wendepunkt und ist bis Dezember im dortigen Museum zu sehen.
Im Mai 1525 eroberten Aufständische die Burg, die zu jener Zeit Markgraf Ernst I. von Baden-Durlach gehörte. Über das Nordtor verschafften sie sich nahezu widerstandslos Zutritt und nahmen den Burgvogt fest. Später wurde ihnen vorgeworfen, Weinvorräte geplündert und das Archiv zerstört zu haben – Anschuldigungen, die die Ausstellung anhand sorgfältiger Recherchen widerlegt. Leihgaben aus dem Dreiländermuseum Lörrach sowie weitere Exponate rücken die historischen Zusammenhänge ins rechte Licht und porträtieren die Beteiligten jener Ereignisse.
Zusammengestellt von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, ist die Schau in der Landschreiberei sowie im dortigen Vorrats- und Weinkeller zu erleben. Der Eintritt ist im Burgticket enthalten, Führungen können über den Röttelnbund oder die Stadt Lörrach vereinbart werden.

Vom Aufbegehren bis zur Abrechnung
Die Ausstellung im Burgmuseum besticht durch ihren regionalen Fokus und historische Genauigkeit. Unter den ausgestellten Objekten finden sich Symbole der Bauernschaft und des lokalen Adels und Klerus, aber auch Alltagsgegenstände, die das damalige Leben illustrieren. Dass sich in der Gedächtniskultur des Bauernkriegs oftmals die Perspektive der Sieger durchgesetzt hat, wird ebenfalls deutlich.
Nach der Niederlage: Todesstrafe für viele Anführer
Als sich das Blatt für die Bauern wendete und die aufständischen Haufen überall im Land durch Truppen des Schwäbischen Bundes blutig niedergeschlagen wurden, erhielten viele der tatsächlichen oder vermeintlichen Anführer die Todesstrafe. Auch auf Burg Rötteln vollstreckte man mehrere Hinrichtungen– und die Markgräfler Bauern gingen als Plünderer in die Geschichtsbücher ein. Die Forderungen der Aufständischen nach mehr Freiheit und Mitbestimmung, zusammengefasst in den sogenannten Memminger „Zwölf Artikeln“, wurden erst Jahrhunderte später umgesetzt.
Engagierte Vereinsarbeit
Burg Rötteln ist das Wahrzeichen der Stadt Lörrach und die größte Burgruine am Oberrhein. Bereits seit 1926 engagiert sich der Röttelnbund e.V. Haagen durch den Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher für den Erhalt der Anlage, die über einen Zeitraum von 500 Jahren von verschiedenen Herrscherfamilien ausgebaut worden war – die Herren von Rötteln, die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg und schließlich die Markgrafen von Baden-Durlach. Neben Instandhaltungsmaßnahmen betreibt der Verein das Museum in der Landschreiberei in der Unterburg, vermietet Räumlichkeiten und bietet Burgführungen an.
Service und Information
Ausstellung im Museum in der Landschreiberei
Besetzung der Burg Rötteln 1525
Dienstag, 1. Juli, bis 31. Dezember 2025
Öffnungszeiten
17. März bis 2. November
Mo – So, Feiertag 10.00 – 18.00 Uhr
Letzter Einlass 17.30 Uhr
3. November bis 16. März
Sa, So, Feiertag 10:00 – 17:00 Uhr
Bei Eis und / oder Schnee, Gewitter oder Unwetterwarnung geschlossen.
Preis
Burg inkl. Ausstellung
Erwachsene 3,00 €
Ermäßigte 2,50 €
Kinder 1,50 €
Gruppen p.P. (ab 20 Personen) 2,50 €
Hinweis
Für Gruppenführungen durch die Burganlage wenden Sie sich bitte an: [email protected].
Gruppenführungen können auch über den Röttelnbund e.V. Haagen gebucht werden: [email protected].






