Foto: Dr. med. Mabuse, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons (links) und Peter Wittgens, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Links der Turm, wie er sich heute präsentiert und rechts ein Entwurf von Wilhelm Kreis, der die Bestimmung des Turmes als ein Flammenzeichen deutlich macht und dem Das Bauwerk in Freiburg seiner Idee nach folgt.
Links der Turm, wie er sich heute präsentiert und rechts ein Entwurf von Wilhelm Kreis, der die Bestimmung des Turmes als ein Flammenzeichen deutlich macht und dem Das Bauwerk in Freiburg seiner Idee nach folgt.
Foto: Dr. med. Mabuse, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons (links) und Peter Wittgens, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Zeitreise / Jubiläum: 125 Jahre Freiburger Bismarckturm – ein Flammenzeichen

1. August 2025
Ein steinernes Denkmal, ein Flammenzeichen am Oberrhein und fast auf den Tag genau 125 Jahre Geschichte – der Freiburger Bismarckturm auf dem Schlossberg ist nun wirklich kein gewöhnlicher Turm. Am 28. Juli 1900 wurde das Bauwerk feierlich eingeweiht. Heute – 125 Jahre später – lohnt sich ein Blick zurück auf die bewegte Entstehung des Turms, der fürs Feuer und  nicht für Fernblicke gebaut wurde.

Die Idee zum Denkmal kam 1899 vom Prorektor der Albert-Ludwigs-Universität, Gustav Steinmann, und der Freiburger Studentenschaft. Auch die Stadt zeigte Interesse – allerdings mit einer anderen Vision: Sie wollte einen Aussichtsturm.

Kein Aussichtsturm

Doch der ausgewählte Architekt, der Freiburger Oskar Geiges, hatte einen anderen Plan. Sein Entwurf, betitelt mit dem programmatischen Motto „Ein Flammenzeichen sei’s am Oberrhein“, setzte sich bei einer Ausschreibung gegen über 30 Mitbewerber durch. Der quadratische Turm aus Sandstein zu Ehren des ehemaligen langjährigen Reichskanzlers wurde nicht für den Rundumblick gebaut, sondern als Ort symbolischer Flammen – ganz im Geiste des Bismarckkults um 1900.

Einer der ersten Bismarcktürme

Am 22. Juli 1899, wurde der Grundstein gelegt. Gebaut wurde auf dem sogenannten St.-Peter-Felsen, nicht – wie ursprünglich überlegt – auf der Ludwigshöhe. Die Baukosten in Höhe von 16.500 Mark wurden komplett durch Spenden aus der Studentenschaft, dem Gesangsverein Zaringia und ein Darlehen der Studierenden selbst finanziert – ein Projekt also von Studierenden für die damalige Idee eines nationalen Symbols. Der Turm gehörte reichsweit zu den ersten Denkmalen, die dann kurz darauf förmlich aus dem Boden schossen.

Der 12,6 Meter hohe Turm ist streng quadratisch (5,8 × 5,8 Meter) und trägt auf der Stadtseite ein Relief des Reichsadlers sowie das Familienwappen Bismarcks, gestaltet vom Bildhauer Anton Viesel. Über dem rückwärtigen Eingang prangt eine Inschriftentafel mit dem doppelten Stadtwappen – und ein Hinweis auf den Architekten.

Feuer auf dem Turm als leuchtendes Zeichen

Was viele nicht wissen: Der Turm ist kein Aussichtspunkt. Eine Feuerstelle auf dem Dach und eine Eisenleiter zur Plattform zeigen deutlich, worum es ging – um Feuer. Diese sollten an besonderen Tagen, etwa am 1. April (Bismarcks Geburtstag), weithin sichtbar brennen. Es war auch der Tag, an dem die Studenten dann auch zu einem Fackelzug aufbrachen, Der Entwurf folgte dem Bismarckturm-Typ „Götterdämmerung“ von Wilhelm Kreis, der in ganz Deutschland dutzendfach gebaut wurde.

Einweihung erregt Aufsehen

Die Presse im Deutschen Reich berichtete damals ausführlich über die Einweihung – immerhin war der Freiburger Bismarckturm einer der ersten überhaupt. Heute ist er ein spannendes Denkmal deutsch-nationaler Erinnerungskultur – und ein Ort, an dem Flammen einst als Zeichen in den Himmel stiegen.

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