In manchen Bundesländern gehören sie längst zum Alltag, in Baden-Württemberg bislang noch nicht. Doch das könnte sich bald ändern: Die Ansiedlung eines Wolfsrudels im Schwarzwald wird immer wahrscheinlicher. H
Nachwuchs im Nordschwarzwald
Aktuell sind im Schwarzwald fünf Wölfe nachgewiesen. Neben vier männlichen Tieren wurde zuletzt auch eine Wölfin bestätigt, die nun gemeinsam mit einem Rüden unterwegs ist. Sollte sich der Verdacht der Trächtigkeit bestätigen, könnte schon bald Nachwuchs geboren werden. Es könnte Juni, Juli werden, bis der Nachwuchs den Bau verrlässt und möglicherweise dann auch gesichtet werden kann.
Üblicherweise bringt eine Wölfin vier bis sechs Welpen zur Welt, in Einzelfällen können es auch bis zu acht sein. Allerdings ist die Sterblichkeit hoch: Im Schnitt überlebt nur etwa ein Drittel der Jungtiere die ersten beiden Lebensjahre.
Gefahren für die jungen Wölfe
Für die hohe Sterblichkeit gibt es mehrere Ursachen. Natürliche Feinde wie Füchse oder Greifvögel, Krankheiten sowie menschliche Einflüsse spielen eine Rolle. Besonders der Straßenverkehr zählt bundesweit zu den häufigsten Todesursachen für Wölfe.Auch im Schwarzwald gab es bereits überfahrene Tiere. Zwei von ihnen wurden präpariert und sind heute in einer Ausstellung im Haus der Natur am Feldberg zu sehen.
Bereits viele Rudel in den östlichen Bundsländern
Sollten sich die Erwartungen der Experten erfüllen, hätte Baden-Württemberg bald wieder ein eigenes Wolfsrudel – derzeit wäre es das einzige im Land. In anderen Bundesländern ist die Entwicklung bereits deutlich weiter fortgeschritten: In Niedersachsen und Brandenburg leben jeweils rund 54 Rudel, in Sachsen sind es 35 und in Sachsen-Anhalt 31. Einschließlich weiterer Paare und Einzeltiere wird der Wolfsbestand in Deutschland inzwischen auf etwa 2000 Tiere geschätzt.
Bislang ein Zwischenfall mit Menschen
Immer wieder sorgen Wölfe auch im Schwarzwald durch gerissene Nutztiere für Diskussionen. Angriffe auf Menschen sind jedoch seit der Rückkehr der Tiere nach Deutschland äußerst selten. Ein Vorfall in Hamburg sorgte kürzlich dennoch für Aufsehen: Ein verirrter Wolf lief in ein Einkaufszentrum und verletzte eine Frau im Gesicht, die ihn für einen Hund gehalten und nach draußen bringen wollte. Sie musste ambulant behandelt werden. Das Tier konnte später – gerade in der Alster schwimmend – von der Polizei eingefangen und in eine Auffangstation gebracht werden. Es soll dem Bernehmen nach wieder ausgewildert werden.






