Foto: NGK/Hannes Bonzheim
Sieht doch einfach klasse aus, dieses Wiedehopfpärchen. Oder? Zu verdanken haben wir diese hervorragende Aufnahme dem Naturfotografen Hannes Bonzheim
Sieht doch einfach klasse aus, dieses Wiedehopfpärchen. Oder? Zu verdanken haben wir diese hervorragende Aufnahme dem Naturfotografen Hannes Bonzheim
Foto: NGK/Hannes Bonzheim

Wiedehopf: Ein „Kaiserstühler“ ist Vogel des Jahres 2022

19. März 2022
„Unser“ Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022! Mit diesen Worten feiert der „Naturgarten Kaiserstuhl“ den Sieg des Wiedehopfes bei der vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) bundesweit durchgeführten Publikumswahl.

Bei der jährlich stattfindenden Wahl setzte sich der stark gefährdete Vogel mit 45.523 Stimmen und 31,9 Prozent klar vor der Mehlschwalbe, dem Bluthänfling und weiteren Vogelarten durch. Insgesamt beteiligten sich fast 143.000 Personen an der Wahl.

In Deutschland stark gefährdet

Der Wiedehopf gehört in Deutschland zu den stark gefährdeten Tierarten. Nach Angaben des NABU ist deren Bestand aufgrund fehlender geeigneter Lebensräume in den letzten stark geschrumpft. Derzeit gibt es bundesweit lediglich nur noch 800 bis 950 Brutpaare. In Baden-Württemberg ist der Wiedehopf vor allem am Kaiserstuhl, aber auch im benachbarten Markgräflerland und im Taubertal daheim. Die Zahl der Brutpaare wird hier auf bis zu 210 geschätzt. Der südliche Oberrhein mit Kaiserstuhl und Markgräflerland ist übrigens die einzige Gegend Deutschlands, in der sich die Population leicht positiv entwickelt.

Generell liebt der Wiedehopf warme, mediterrane Regionen mit mosaikartigen Landschaften, wie Streuobstwiesen, baumbestandenen Viehweiden, Weinbergslagen und Schrebergärten. Hier jagt er nach großen Insekten wie Maulwurfsgrillen und ihren Larven. Er frisst aber auch gerne Käfer, Heuschrecken und Schmetterlingsraupen, es darf auch mal eine Spinne oder kleine Eidechse sein.

Für die Kaiserstühler war die Wahl „ihres“ Wiedehopfs zum „Vogel des Jahres“ natürlich ein Grund, sich den mit seinem orangeroten Gefieder, dem langen Schnabel und der schwarz-weißen Federhaube unverwechselbaren Vogel, einmal näher zu betrachten und dann auch die Angebote zum Thema „Wiedehopf am Kaiserstuhl“ zusammenzufassen.

Am Kaiserstuhl fühlt er sich wohl

Dass sich der Wiedehopf wegen dem Klima am Kaiserstuhl besonders wohlfühlt, wissen Sie ja bereits. Aber auch hier sind die Bäume und Baumhöhlen seltener geworden, die der Vogel dringend braucht. Naturfreunde und Winzer bauen ihm deshalb Nistkästen, die in den Rebhütten angebracht werden, wie z.B. in einem Projekt der Naturgarten Kaiserstuhl GmbH. Sein Ruf, der wie eine alte Autohupe klingt (hub-hub-hub), ist im Mai und Juni öfter zu hören. Im Spätjahr zieht es den Wiedehopf dann in wärmere Gefilde bis hin nach Afrika, wo er dann auch überwintert. Zum Brüten kommt er dann regelmäßig im Frühjahr wieder zurück.

Liebt Wärme und Insekten: der Wiedehopf. Foto: NABU/CEWE/Thomas Hinsche

Wandern auf dem Wiedehopfpfad

Am Kaiserstuhl wurde dem Wiedehopf zwischen Sasbach und Breisach mit dem Wiedehopfpfad sogar ein eigener Wanderweg gewidmet. Auf 30 km gibt er spannende Einblicke in die teilweise mediterrane Pflanzen- und Tierwelt in der Vulkanregion und bietet außerdem herrliche Ausblicke zu den Vogesen und auf faszinierende Altrheinarme! Startpunkte sind der Bahnhof in Breisach oder Sasbach Limburg. Detailinfos zum Weg findet der interessierte Wanderer unter https://www.naturgarten-kaiserstuhl.de/de/kaiserlich-erleben/wandern#/article.  Auf Wunsch werden bei entsprechender Größe auch Führungen über den Wiedehopfpfad angeboten. Ob dabei ein Wiedehopf gesichtet wird oder gar vor die Linse kommt, kann aber natürlich nicht garantiert werden.

Fotoausstellung: „Best-Of-Wiedehopf“

Jede Menge Wiedehopfe zum Staunen gibt es dafür im Naturzentrum Kaiserstuhl in Ihringen. Dort wird diese Saison eine Fotoausstellung „Best-Of-Wiedehopf“ mit Bildern verschiedener Fotografen u.a. von Hannes Bonzheim gezeigt. Mit seinen 18 Jahren ist der Ihringer sehr engagiert in der Ornithologie und fotografiert leidenschaftlich gerne die Tierwelt rund um den Kaiserstuhl.

Von Redewendungen und Kinderliedern

Interessantes haben wir auch noch beim NABU über den Wiedehopf gefunden. Der wissenschaftliche Gattungsname „Upupa“ ist eine Nachahmung des Klangs seines dreisilbigen „upupup“-Balzrufes. Viele Menschen dürften den neuen Jahresvogel aus der „Vogelhochzeit“ von Hoffmann von Fallersleben kennen. In dem Kinderlied bringt der Wiedehopf „der Braut den Blumentopf“. Mancher kennt vielleicht auch die Redewendung „Du stinkst wie ein Wiedehopf“. Sie kommt daher, weil Weibchen und Jungvögel mit einem stark riechenden Sekret Feinde vom Nest vertreiben.

Wer noch mehr über diesen auffälligen Artgenossen erfahren möchte, dem sei das Buch „Mit dem Wiedehopf durchs Jahr“ von Claus Georg Krieger empfohlen. Das Buch ist im Buchhandel und in der Kaiserstuhl Touristik e.V. Ihringen für 12,80 € erhältlich.

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