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Die Zeiten, in denen die badische Fahne so wie hier auf Karlsruher Schloss wehen durfte, scheinen vorbei.
Die Zeiten, in denen die badische Fahne so wie hier auf Karlsruher Schloss wehen durfte, scheinen vorbei.
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Verbot für Badische Fahne auf Karlsruher Schlossturm

4. Juli 2018

Baden ist im Aufruhr! Grund: Die baden-württembergische Landesregierung hat jetzt doch tatsächlich dafür gesorgt, dass die badische Fahne nicht mehr über dem Karlsruher Schloss, dem ehemaligen Residenzschloss der Markgrafen und Großherzöge von Baden im Winde flattert, sondern stattdessen die des Landes Baden-Württemberg. Eine Entscheidung, die das Herz vieler Badener ganz offensichtlich zutiefst erschüttert.

Seit 2015 war auf dem Turm des Karlsruher Schlosses von den selbstbewussten Machern des Badischen Landesmuseum die badische Fahne aufgezogen worden. Kein Mensch hatte sich daran gestört – bis, ja bis zu der Ausstellung des Badischen Landesmuseums „Revolution! Für Anfänger*innen“, die dort noch bis zum 11. November zu sehen ist.

Sozusagen als „Hingucker“ hatten die Ausstellungsmacher bei der Eröffnung im April die rote Fahne als die Fahne der Revolution auf dem Karlsruher Schlossturm gehisst. Nach zwei Monaten musste sie nach einer Intervention des Stuttgarter Staatsministeriums vorzeitig eingeholt werden. Laut der in Karlsruhe erscheinenden Tageszeitung BNN deshalb, weil es Leute gab, die sich von der ihr provoziert fühlten und in der „Fahne der Revolution“ vor allem ein Symbol der kommunistischen Unterdrückung im 20. Jahrhundert“ sahen.

Also, runter mit dem roten Tuch und wieder hoch mit Badens Fahne. Von wegen: Statt der badische Fahne, wurde nun die des Landes Baden-Württemberg gehisst. Die Museumsleitung wurde ganz offensichtlich vom Stuttgarter Staatsministerium angehalten, sich doch gefälligst an die geltende Flaggenordnung zu halten. Und die sieht vor, dass auf den öffentlichen Gebäuden des Landes nur drei Flaggen gehisst werden dürfen: die Landes-, Bundes- und Europaflagge. Von der Badens ist da keine Rede.

Seit die BNN über den Vorgang berichtete, scheint es in Baden mit der Ruhe vorbei zu sein, ist die Volksseele am Kochen. „Freiheit für Baden“, fordert prompt ein Leser auf der BNN-Facebook-Seite und macht Front gegen die schwarz-gelbe Baden-Württemberg-Flagge, die neuerdings hoch über dem Schlossturm flattert: „Dieser württembergische Putzlappen hat auf unserem Schloss nichts zu suchen“, zürnt er“ Und ein anderer empörter Bürger appelliert auf der Facebook-Seite der BNN gar an den Widerstandsgeist der Badener: „Es schreit nach Revolution“.

Der stellvertretende Vorsitzende „Landesvereinigung Baden in Europa“, Harald Denecken, ärgert sich in einem Gespräch mit der BNN über das Aus für die gelb-rote Fahne Badens und attestiert der Landesregierung „mangelnde Sensibilität“ vor. Die badische Seele fühle sich einfach nicht wohl, wenn die badische Fahne nicht über dem Schloss wehe. Einem anderen Badener sieht schon gar das nächste Unheil kommen.

Unterdessen formiert sich Widerstand: Im Internet wurde eine Online-Petition gestartet, in der die Bürger das erneute Hissen der badischen Fahne fordern. Binnen weniger Stunden wurde das Anliegen von Hunderten Bürgern Badens unterstützt. Unterdessen macht man sich auch bei der baden-württembergischen Landesregierung ganz offensichtlich Sorgen um Frieden und Einheit im Ländle, hofft darauf, die Badener mit einem Kompromiss ruhig stellen zu können. Man könne ja, so die Friedenssignale aus Stuttgart, die badische Fahne auf den Masten vor dem Schloss aufziehen. 

 

 

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