Wilde Spekulationen in den sozialen Netzwerken
Der dramatische Fund eines schwer verletzten Wolfs am vergangenen Wochenende nahe der Bundesstraße 500 am Schluchsee hat in den vergangenen Tagen für viel Aufsehen und wilde Spekulationen in der Region gesorgt – auch auf den Online-Seiten von SCHWARZWALD aktuell. Immer wieder wurde der Verdacht geäußert, dass das Tier angeschossen wurde, zumal in der gleichen Region 2017 bereits ein Wolf illegal abgeschossen worden war.
„Tierschutzgerechte Erlösung unumgänglich“
Der Wolfsrüde war am vergangenen Montag in einem kritischen Zustand unweit der Schwarzwald-Gemeinde entdeckt worden. Da das Tier unter massiven Lähmungen der Hinterläufe litt und laut Gutachten der Tierärzte keinerlei Überlebenschancen in freier Wildbahn hatte, wurde es schlussendlich erlöst. Die zuständigen Stellen entnahmen den Wolf tierschutzgerecht, um ihm qualvolles Leiden zu ersparen.
Behörden schließen Fremdeinwirkung aus
Wie das Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg sowie die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg nun mitteilten, könne eine Fremdeinwirkung durch eine Schusswaffe als Ursache für die schweren Verletzungen absolut ausgeschlossen werden. Stattdessen deuten alle Anzeichen auf ein Unglück oder ein raues Naturereignis hin.
Autounfall oder Revierkampf als Ursache
Die Experten halten derzeit zwei Szenarien für überaus wahrscheinlich. Erste Möglichkeit: Der Wolf wurde von einem Auto erfasst. Dies könnte bei der Überquerung der viel befahrenen B500 passiert sein. Zweite Möglichkeit: Er zog sich die Verletzungen bei einem heftigen territorialen Revierkampf mit einem Artgenossen zu. Solche Kämpfe sind, so ein Jagdexperte gegenüber SCHWARZWALD aktuell, „so selten nicht“. Die pathologischen Untersuchungen werden fortgesetzt.
Aufatmung in einer emotionalen Debatte
Durch das Ergebnis der Untersuchungen wird der Wolf natürlich nicht mehr lebendig. Dass er nun definitiv nicht abgeschossen wurde, sorgt aber dann doch für eine gewisse Erleichterung. Die Spannungen zwischen Wolfsgegnern und Wolfffans sind ja auch jetzt schon groß genug.
Rückblick: Der ungelöste Kriminalfall von 2017
Dass die Sorge in der Bevölkerung vor einem illegalen Abschuss so groß war, liegt an einem Fall, der sich im Sommer 2017 ereignet hat, als im Schluchsee ein toter Wolf im Wasser treibend entdeckt wurde.
Die anschließende Obduktion offenbarte damals ein Verbrechen: Das streng geschützte Tier war nachweislich im Brust- und Leberbereich von einem Projektil getroffen und dadurch illegal getötet worden. Trotz intensiver Ermittlungen der Polizei wegen Wilderei bei denen zahlreiche Jäger und Waffenbesitzer in der Region überprüft wurden, konnte der Täter bis heute nie gefasst werden






